The Pogues spielen einen Auftritt in Hamburg (Archivbild) Foto: picture alliance / Jazz Archiv
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Politische Korrektheit

BBC sendet zensierte Version des Weihnachtslieds „Fairytale of New York“

LONDON. Der Radiosender BBC 1 wird das Weihnachtslied „Fairytale of New York“ der anglo-irischen Folk-Rock-Gruppe The Pogues in diesem Jahr in einer politisch korrekt überarbeiteten Version senden. „Das Gefühl ist, daß die Hörer von Radio 1 jünger sind und mit diesem Stück möglicherweise nicht so vertraut sind – wobei der Originaltext ziemlich kraß wirkt“, teilte ein Sprecher dem Boulevardblatt The Sun mit. Daher habe die zuständige Plattenfirma eine neue Version produziert.

Demnach wurden die Worte „faggot“ (Schwuchtel) und „slut“ (Schlampe) aus dem Duett zwischen Kirsty MacColl und Shane MacGowan gestrichen. Bereits im vergangenen Jahr habe es Beschwerden von Hörern wegen des Originaltextes gegeben.

Über den Umgang mit dem Lied aus dem Jahr 1987 herrscht bei der BBC jedoch Uneinigkeit. Radio 2 werde auch in diesem Jahr die unveränderte Version senden. Moderatoren von Radio 6 Music dürften selbst entscheiden, ob sie das ursprüngliche oder überarbeitete Lied senden.

„Fairytale“ gilt als meistgespieltes Weihnachtslied

In dem Stück streitet ein Ehepaar in derben Worten an Weihnachten. MacGowan erklärte kurz nach Erscheinen des Liedes gegenüber der Zeitung The Guardian: „Mein Gesangsteil ist der Mann, der an Heiligabend aus der Ausnüchterungszelle geworfen wurde. Seine Frau ist im Krankenhaus. Dann haben sie einen Streit und er versucht die guten alten Zeiten zu beschwören, während sie ihm weiter Vorwürfe macht.“

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Nachdem bereits 2018 erste Kritik an der Wortwahl geäußert worden war, sagte der Sänger damals, in dem Text spreche eine fiktive Frau. „Nicht alle Charaktere in Lieder und Geschichten sind Engel oder anständig und respektabel.“ Manchmal müßten sie böse sein, um die Geschichte authentisch zu erzählen.

„Fairytale of New York“ gilt als das am häufigsten gespielte Weihnachtslied des 21. Jahrhunderts. Auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Band wurde es in den vergangenen acht Jahren 68 Millionen Mal aufgerufen. (ag)

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