„Correctiv“
„Correctiv“: Soll künftig Internet-Mythen prüfen Foto: dpa
„Haßkommentare“

Soros-Stiftung fördert „Correctiv“ im Kampf gegen „Fake-News“

BERLIN. Das Recherchebüro Correctiv erhält mehr als 100.000 Euro von der Open Society Foundation, um sogenannten „Fake-News“ im Internet zu bekämpfen. Die Stiftung von Investor George Soros finanziert fünf Correctiv-Mitarbeiter, die Internetmythen recherchieren sollen, berichtet der Branchendienst turi2.

Ab Mitte April sollen sie zweifelhafte Facebook-Inhalte mit Warnhinweisen versehen, kündigte Correctiv-Gründer David Schraven an. Drei der fünf Mitarbeiter hätte er bereits gefunden. Unter anderem sei das die Mitbegründerin der Seite Hoaxmap, Karolin Schwarz, die Gerüchte über Asylsuchende prüft.

Das Team werde allerdings nicht nur Facebook-Inhalte prüfen, sondern auch Meldungen außerhalb des sozialen Netzwerks. Die Open Society Foundation unterstützte Correctiv bereits in der Vergangenheit finanziell.

Zeitschriftenverlegerverband kritisiert Maas-Gesetz

Unterdessen hat der Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger, Stephan Holthoff-Pförtner, ein von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) geplantes Gesetz gegen sogenannte „Haßkommentare“ im Internet kritisiert. Private Unternehmen wie Facebook oder Twitter sollen unter Androhung einer Geldstrafe von bis zu 50 Millionen Euro innerhalb von einer Woche alle strafrechtswidrigen Äußerungen löschen, offenkundige schon innerhalb von 24 Stunden.

„Das läuft auf die staatliche Einsetzung privater Meinungspolizei hinaus“, sagte Holthoff-Pförtner der Nachrichtenagentur dpa. Ein privates Unternehmen sei jedoch nicht in der Lage, „die Wahrheit oder Unwahrheit kritischer Behauptungen über Politiker, Sportler, Unternehmer oder wen auch immer zu überprüfen“.

Es habe weder die nötigen Ressourcen noch die nötigen Ermittlungsrechte. „Plattformen bleibt angesichts solcher Bußgelddrohungen keine andere Wahl, als im Zweifel zu löschen. Das halte ich für eine große Gefahr.“ (ls)

„Correctiv“: Soll künftig Internet-Mythen prüfen Foto: dpa

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