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Medienbeeinflussung
 

Platzecks Regierungssprecher intervenierte beim RBB

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Brandenburgs Regierungssprecher Thomas Braune intervenierte beimRBB, weil ihm ein Beitrag nicht gefiel Foto: stk.brandenburg.de

POTSDAM. Die brandenburgische Staatskanzlei hat Einfluß auf die Berichterstattung des RBB zum Chaos um den Bau des Großflughafens BER genommen. Wie der Spiegel berichtet, geht es um einen Vorgang vom Mai vergangenen Jahres.

Damals bat ein Journalist des RBB Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) vor laufender Kamera um eine Stellungnahme zu dem Thema. Platzeck antwortete ungehalten, er habe schon alles dazu gesagt und blaffte, es reiche jetzt. Diese Szene wurde am Abend vom RBB in einem Beitrag zum Großflughafen ausgestrahlt.

Im Anschluß daran beschwerte sich Platzecks Sprecher Thomas Braune zuerst bei dem Journalisten und dann bei RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein. Mit Erfolg. Der Beitrag wurde umgeschnitten und in einer späteren Berichterstattung fehlte Platzecks mürrische Antwort.

Braune bestätigt Anruf

Braune bestätigte gegenüber dem Nachrichtenmagazin seinen Anruf. Er glaube aber nicht, daß es sein Einwand gewesen sei, der zu einer veränderten Fassung des Beitrags geführt habe, sondern das Vorgehen des Journalisten. Diese habe gegen den Pressekodex verstoßen, wonach unlautere Informationsbeschaffung unzulässig sei.

Auch RBB-Chefredakteur Singelnstein bestätigte den Vorgang. Sein Sender habe in der Folgeberichterstattung auf die „visuelle Darstellung der ‘Überfall’-Situation des Interviews mit Ministerpräsident Platzeck“ verzichtet. Grundsätzlich gebe es aber keinen Einfluß der Landesregierung auf journalistische Entscheidungen des Senders.

Vorgang gibt CDU-Politikerin Ludwig Recht

Im vergangenen September hatte die damalige Landes- und Fraktionschefin der CDU, Saskia Ludwig, in einem Beitrag für die JUNGE FREIHEIT deutliche Kritik an einigen brandenburgischen Landesmedien geübt und diesen eine teilweise falsche und mitunter aus der SPD-geführten Staatskanzlei gelenkte Berichterstattung vorgeworfen. Dafür war sie unter anderem von der SPD aber auch von anderen Parteien scharf angegriffen.

Nach einer darauffolgenden Kampagne gegen Ludwig, an der sich auch Mitglieder ihrer eigenen Partei beteiligten, mußte die CDU-Politikerin von ihren Ämtern zurücktreten. (krk)

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