Parteigründung

„Alternative für Deutschland“ nimmt Kampf gegen Euro auf

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Joachim Starbatty, Beatrix von Storch, Konrad Adam und Alexander Gauland (v.l.n.r)
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Der Chef der „Alternative für Deutschland“, Bernd Lucke Fotos: JF

BERLIN. In Deutschland formiert sich eine Anti-Euro-Partei. Die in der Gründungsphase befindliche „Alternative für Deutschland“ hat am Montagabend in der hessischen Kleinstadt Oberursel bei Frankfurt am Main ihre Auftaktveranstaltung abgehalten. 1.300 Interessierte waren zu dem Wahlbündnis in die Stadthalle am Rathausplatz gekommen. Und damit weit mehr, als die Organisatoren um den Publizisten und ehemaligen FAZ-Redakteur Konrad Adam und den Wirtschaftswissenschaftler Bernd Lucke erwartet hatten.  

Auf der Veranstaltung griff Adam Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gleich zu Beginn der Veranstaltung scharf an. Es sei gefährlich, die Euro-Rettungspolitik als alternativlos zu bezeichnen. Vielmehr lebe die Demokratie von Alternativen. Weil neben Schwarz-Gelb auch Rot-Grün den Weg in eine Transferunion beschreiten, sei die Zeit einfach reif, für eine politische Alternative.

Neben Adam, der auf der Veranstaltung als Moderator wirkte, waren der emeritierte Wirtschaftsprofessor Joachim Starbatty, die Vorsitzende der Zivilen Koalition, Beatrix von Storch, sowie der Christdemokrat, Publizist und ehemalige Staatssekretär Alexander Gauland  als Redner auf dem Podium vertreten.

Starbatty: „Merkels Rettungspolitik ist antidemokratisch

Gemeinsam warben sie für die Auflösung der Europäischen Währungsunion. Ihre Alternativen: Entweder ein kleinerer Währungsverbund, bestehend aus den stabileren nordeuropäischen Ländern oder die Wiedereinführung der nationalen Währungen.

„Jetzt rettet man mit Steuergeldern die Gelder der russischen Oligarchen“, kritisierte Starbatty die Finanzhilfen für Zypern und geißelte die Rettungspolitik Merkels als „antidemokratisch“. „Herr Lucke, ich bin Ihnen als Kollege und als Staatsbürger dankbar, daß sie diese Alternative angestoßen haben und weiterführen“, lobte er.

Europa rücke derzeit immer weiter auseinander statt zusammen, bemängelte hingegen Alexander Gauland. Die Eliten versuchten, Europa zu „sakralisieren“. „Mit Phrasen wird verhüllt, daß der Euro nicht funktioniert“, meinte Gauland, der zur Zeit „noch formell“ der CDU angehört. Welchen Weg Europa einschlage, zeigte er an einem simplen Beispiel: „Als Adenauer Griechenland besuchte, reichten für die Sicherheit fünf bis zehn Polizisten. Bei Merkel sind es 7000.“

Bereits 2.000 zahlende Mitglieder

Die Sprecherin der Bürgerbewegung „Zivile Koalition“, Beatrix von Storch, berichtete von ihrem seit 2001 andauernden Kampf gegen den Euro. Inzwischen habe ihr Team dafür gesorgt, daß 1,6 Millionen eurokritische E-Mails an Bundestagsabgeordnete verschickt wurden.

Alle Redner stellten jedoch klar, daß sie zwar gegen den Euro, nicht aber gegen Europa seien. Zu den Unterstützern der Partei zählt auch der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel. „Wir haben schon jetzt 2.000 zahlende Mitglieder“, sagte der Wahlbündnis-Sprecher Bernd Lucke gegenüber der JUNGEN FREIHEIT. In allen Bundesländern gebe es bereits Landesbeauftragte als Ansprechpartner für Interessenten. Auch seien bereits erste Organisationsstäbe gegründet worden, ergänzte Konrad Adam.

Am 14. April will die neue Partei ihre Gründungsversammlung in Berlin abhalten. Ende April wolle man dann entscheiden, ob die Wahlalternative bereits zur im September dieses Jahres stattfindenden Bundestagswahl antreten wird. „Das hängt davon ab, wie groß der Zulauf bis dahin sein wird und welche finanziellen Mittel uns dann zur Verfügung stehen“, sagte Lucke der JF.

> Mehr über „Alternative für Deutschland“ lesen Sie am Freitag in der kommenden Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT (JF 12/13)

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