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Kulturelles Mißverständnis: Sind „Blootwoosch, Kölsch un lecker Mädche“ Sexismus?

Kulturelles Mißverständnis: Sind „Blootwoosch, Kölsch un lecker Mädche“ Sexismus?

Kulturelles Mißverständnis: Sind „Blootwoosch, Kölsch un lecker Mädche“ Sexismus?

"Lecker Mädche" stoßen beim Karneval mit Kölsch an.
"Lecker Mädche" stoßen beim Karneval mit Kölsch an.
„Lecker Mädche“ stoßen beim Karneval mit Kölsch an – kann das Sexismus sein? Foto: picture-alliance/ dpa | Tim Brakemeier
Kulturelles Mißverständnis
 

Sind „Blootwoosch, Kölsch un lecker Mädche“ Sexismus?

Wie schnell Unkenntnis über örtliche Dialekte zu Ärger führt, erfährt ein Kölner Hotel. Eine Anwohnerin wittert Sexismus, Diskriminierung und gar Schlimmeres. Dabei geht es nur um Kölsch, Blutwurst und Brauchtumsvokabular.
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Was dem einen Wein, Weib und Gesang, ist dem Kölner „Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche“. Doch an der entsprechenden Werbung am Lindner-Hotel in der Rheinmetropole störte sich unlängst eine Anwohnerin, berichtete der WDR.

Sie witterte in dem kulturellen Dreiklang aus Blutwurst, Kölsch und dem „leckeren Mädchen“ Sexismus und Diskriminierung. Es entstehe der Eindruck, im Hotel seien junge Mädchen zu bekommen. So kommunizierte sie es jedenfalls per Mail an das Hotel, wie dessen Direktor Dirk Metzner schilderte. Er bemühte sich demnach, der offenbar mit den örtlichen Dialekt fremdelnden Nachbarin Nachhilfe zu geben. „Wir haben uns ein bißchen echauffiert über diese Mail, haben auch freundlich drauf geantwortet. Der Dame dann gesagt, sie kann jederzeit zu uns kommen. Wir bringen ihr gerne bei, wie wir in Köln feiern und wie die Worte zu verstehen sind.“ Denn „lecker Mädche“ sei ein Urkölscher Eindruck, der auf Frauen jeden Alters angewendet werde.

Gerade in der Karnevalssaison ist der Begriff in Liedern und Sprüchen präsent. Gewissermaßen handelt es sich dabei um lokales Brauchtum.

Hotel setzt weiter auf „lecker Mädche“

Zudem ist „Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche“ der Titel eines Stückes der Kölner Musikgruppe De Höhner, die nicht nur zur Karnevalszeit Kultstatus in der Domstadt genießt. Deren Frontmann Patrick Lück konnte die Empörung der Nachbarin ebenfalls nicht nachvollziehen. „Vielleicht sollte sie sich ein wenig mit der kölschen Sprache beschäftigen. Das ist halt ein Dialekt.“

In den sozialen Medien rief die Kritik unterdessen ein geteiltes Echo hervor. Während einige auf die kulturellen Eigenarten Kölns beriefen, verlangten andere einen Bruch mit dem Althergebrachten.

Das Hotel jedenfalls hält an seiner Werbung fest. Die Anwohnerin wird sich wohl damit arrangieren müssen – oder der Stadt den Rücken kehren müssen. Gibt ja noch andere schöne Ecken am Rhein – auch ohne Kölsch.

„Lecker Mädche“ stoßen beim Karneval mit Kölsch an – kann das Sexismus sein? Foto: picture-alliance/ dpa | Tim Brakemeier
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