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Streit um Begriff: Flüchtlingshilfswerk gegen die Bezeichnung „Geflüchtete“

Streit um Begriff: Flüchtlingshilfswerk gegen die Bezeichnung „Geflüchtete“

Streit um Begriff: Flüchtlingshilfswerk gegen die Bezeichnung „Geflüchtete“

Eine weiße Fahne zeigt in blauer Farbe das Logo des UNHCR Flüchtlingswerks.
Eine weiße Fahne zeigt in blauer Farbe das Logo des UNHCR Flüchtlingswerks.
Das Flüchtlingswerk UNHCR hält nichts von neuen Wortschöpfungen Foto: picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki
Streit um Begriff
 

Flüchtlingshilfswerk gegen die Bezeichnung „Geflüchtete“

Die deutsche UN-Flüchtlingshilfe will auch künftig den Begriff „Flüchtling“ statt „Geflüchteter“ verwenden. „Geflüchteter“ sei banal und möglicherweise stigmatisierend. Schließlich sei jeder Mensch schon einmal vor irgendetwas geflüchtet.
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BERLIN. Der deutsche Ableger des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hat sich gegen die Verwendung von „Geflüchtete“ statt des Begriffs „Flüchtlinge“ ausgesprochen. „Wir betrachten das Wort ‚Geflüchtete‘ als abwertend und benutzen es nicht“, sagte der UNHCR-Sprecher in Deutschland, Chris Melzer, der dpa. Eine Änderung komme nicht in Frage.

Melzer hält den Begriff „Geflüchtete“ für zu banal. „Wir sind alle schon einmal vor irgend etwas geflüchtet, sei es vor einem Regenguß, einer unangenehmen Pflicht oder etwas anderem“, betonte er. Zudem sei ein „Geflüchteter“ auch jemand, der vor der Polizei flüchte.

Berliner Polizei spricht nicht mehr von „Flüchtlingen“

Den Einwurf, Wörter mit der Endung „ling“ seien stigmatisierend, weil auch Feigling, Widerling oder Dümmling so enden, hält Melzer für irrelevant. Schließlich gebe es auch „Liebling“. Auch die Organisation „Pro Asyl“ betonte schon 2016, an dem Begriff „Flüchtlinge“ festhalten zu wollen. Die Bundesregierung spricht in ihrer schriftlichen Kommunikation sowohl von „Geflüchteten“ als auch von „Flüchtlingen“.

Zuletzt hatte die Berliner Polizei mit einem Leitfaden für vermeidlich diskriminierungsfreie Sprache für Aufsehen gesorgt. Auch der Begriff „Flüchtlinge“ wurde damals bemängelt. Alternativ sollten Beschreibungen wie „Schutzsuchende“ oder „geschützte Personen“ verwendet werden. Auch „geistig behindert“ und „Rasse“ landeten auf der Schwarzen Liste. (st)

Das Flüchtlingswerk UNHCR hält nichts von neuen Wortschöpfungen Foto: picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki
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