Philosoph Richard David Precht Foto: picture alliance/dpa | Horst Galuschka

„Würde Kinder nicht impfen“
 

Richard David Precht: Gesellschaftlicher Impf-Druck muß aufhören

BERLIN. Der Philosoph Richard David Precht hat in der Diskussion um die Corona-Schutzimpfung ein gesellschaftliches Klima des Drucks kritisiert. „Diese Entscheidung muß jeder für sich selbst treffen können, ohne daß ein gesellschaftlicher Druck aufgebaut wird“, sagte der Bestseller-Autor am Freitag in seinem Podcast mit dem TV-Moderator Markus Lanz.

„Es geht nicht darum, daß jeder Deutsche geimpft ist und das Corona-Virus nächstes Jahr aus der Welt ist.“ Es sei nicht die Aufgabe des Staates, jedermanns Krankheitsrisiko auszuschließen. Dafür sehe er im Übrigen keinerlei rechtliche Grundlage.

Auch zur Impfung von Kindern äußerte sich der in Berlin und Lüneburg lehrende Philosoph skeptisch. „Ich würde Kinder sowieso niemals impfen, weil ein im Aufbau begriffenes Immunsystem mit diesem Impfstoff zu bearbeiten – das würde ich niemals tun.“

Lanz: Beteuerungen von Politikern sind leere Worte

Zustimmung erhielt er für seine Äußerungen von seinem Gesprächspartner Markus Lanz, der sich ebenfalls besorgt über das gesellschaftliche Klima des Drucks zeigte. „Dann hast du jemanden wie Joshua Kimmich, auf den dann so ein seltsamer Druck aufgebaut wird, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.“

Vor diesem Hintergrund könne er die Beteuerungen von Politikern nicht mehr verstehen, es werde keine Impflicht geben. „Wenn ihr das ernst meint, dann kann Herr Kimmich das entscheiden wie auch immer er das entscheiden möchte.“

Wagenknecht und Kimmich lassen sich nicht impfen

Vor kurzem erregte der Fußballer Joshua Kimmich Aufmerksamkeit, als er nach seinem Impfstatus gefragt wurde. Er sei noch nicht geimpft, verriet der 26jährige in einem Interview mit dem Sender Sky. „Weil ich einfach für mich persönlich Bedenken habe, gerade was fehlende Langzeitstudien angeht,“ führte der Nationalmannschaftsspieler als Begründung an.

Auch Linken-Politikerin Sarah Wagenknecht bezweifelte den Sinn gesellschaftlichen Impf-Drucks. In der Talk-Show „Anne Will“ mahnte die Kommunistin am Sonntag, man dürfe das Impfen nicht zu einem „Akt der Solidarität mit anderen aufblasen. Wer sich impfen lasse, schütze vor allem sich selbst. (fw)

Philosoph Richard David Precht Foto: picture alliance/dpa | Horst Galuschka
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