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Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht: Das Impfen nicht zu einem „Akt der Solidarität mit anderen aufblasen“
Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht: Das Impfen nicht zu einem „Akt der Solidarität mit anderen aufblasen“ Foto: picture alliance / Eventpress | Eventpress Stauffenberg

„Ihre Schwurbelei gefährdet Menschen“
 

Scharfe parteiinterne Kritik an Wagenknecht wegen Impf-Äußerungen

BERLIN. Die frühere Fraktionschefin der Linkspartei im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hat für ihre Kritik an der Debatte über Impfungen gegen das Coronavirus ablehnende Worte aus der eigenen Partei geerntet. „Ich will und werde Sahra Wagenknecht nicht mehr erklären“, sagte etwa Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow dem Spiegel.

„Ihre Schwurbelei gefährdet Menschen, sie braucht keine Podien, sondern Widerspruch“, kritisierte die sachsen-anhaltinische innenpolitische Sprecherin Henriette Quade auf Twitter. Wagenknecht handle gegen die Beschlußlage der Partei. Die sächsische Abgeordnete Juliane Nagel schrieb: „Wen repräsentiert Wagenknecht bei ‘Anne Will’ mit medizinischem Halbwissen und Impfskeptizismus? Die Linke nicht.“

Parteivorstandsmitglied Raul Zelik sagte laut dem Blatt, Wagenknechts Positionen seien mit der Linkspartei unvereinbar. Auch die Bundestagsfraktion müsse „das jetzt endlich unmißverständlich klarstellen – oder kann sich auflösen“.

Wagenknecht hatte am Sonntag abend in der Sendung von Moderatorin Anne Will betont, man solle das Impfen nicht zu einem „Akt der Solidarität mit anderen aufblasen“. Wer sich impfen lasse, schütze in erster Linie sich selbst, unterstrich die Linken-Politikerin. Die Impfdebatte sei moralisch aufgeladen und mit den aktuell zugelassenen Impfstoffen werde es keine Herdenimmunität geben.

„Schlag ins Gesicht Tausender und Abertausender Menschen“

Wagenknecht ist laut eigenen Angaben nicht gegen das Coronavirus geimpft. In der Sendung äußerte sie ihre Skepsis gegenüber den Impfstoffen unter anderem mit der Verweigerung der Hersteller, für mögliche Langzeitnebenwirkungen ihrer Vakzine zu haften. Nur ältere Menschen oder Angehörige von Risikogruppen sollten sich impfen lassen, meinte die Politikerin.

Auch Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch distanzierte sich indirekt von Wagenkenchts Aussagen. „Weiterhin werbe ich nachdrücklich dafür, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, auch aus Gründen der Solidarität“, twitterte Bartsch am Montagmorgen.

Der frühere Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Parteivorstand, Niema Movassat, schrieb: „Long Covid ist nicht umstritten, sondern bittere Realität für viel zu viele Menschen. Das zu bestreiten, ist ein Schlag ins Gesicht Tausender und Abertausender Menschen.“ Er schäme sich, daß Wagenknecht „so einen Unsinn im Namen meiner Partei“ vertrete.

Zuletzt hatte es eine deutschlandweite Debatte über den Fußball-Profi Joshua Kimmich gegeben, weil dieser auf Nachfrage geäußert hatte, daß er sich aktuell nicht impfen lassen wolle. (ls)

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