Der Streit um den Beitrag des Kabarettisten Dieter Nuhr für die Deutsche Forschungsgemeinschaft geht weiter Foto: picture alliance/augenklick
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Streit um Kampagnen-Beitrag geht weiter

DFG rechtfertigt Löschung des Nuhr-Videos

BERLIN. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Löschung des Beitrags des Kabarettisten Dieter Nuhr für ihre Kampagne „DFG2020 – Für das Wissen entscheiden“ verteidigt. Grund seien Aussagen Nuhrs in „der stark polarisierten Debatte zum Klimawandel und der Aktivistin Greta Thunberg“ gewesen, teilte die Organisation mit. Der Künstler hatte sich in der Vergangenheit über die „Fridays for Future“-Bewegung und ihre Aushängeschild Greta Thunberg lustig gemacht.

In seinem Kampagnenbeitrag für die DFG hatte Nuhr unter anderem gesagt: „Wissenschaft ist nämlich keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet. Und wer ständig ruft ‘Folgt der Wissenschaft!’ hat das offensichtlich nicht begriffen.“

Zugleich betonte die DFG, sie biete Nuhr eine kommentierte Wiederveröffentlichung seines kurzen Videos an. Sie wolle „diesen Fall zum Anlaß nehmen, eine Auseinandersetzung über die aktuelle Debattenkultur anzustoßen und sich dabei auch selbstkritisch mit dem eigenen Handeln zu befassen“. Das Video war aus dem YouTube-Kanal der Organisation genommen, aber nicht vom Twitter-Account gelöscht worden.

Verhalten der DFG bereite Nuhr Sorgen

Nuhr lehnte das Angebot der DFG entschieden ab. „Ich habe der DFG untersagt, mein Statement ‘kommentiert’ online zu stellen“, äußerte er gegenüber der Welt. „Was soll das denn? Alle anderen sagen frei ihre Meinung und meine wird mit einer Warnung versehen wie eine Zigarettenpackung.“

Das Vorgehen der DFG bereite ihm große Sorgen, da er die freie Wissenschaft für lebenswichtig halte. Doch wie solle die DFG für freie Forschung stehen, „wenn sie schon bei so einer Lappalie einknickt“. Vielmehr hätte er eine Distanzierung der DFG von dem Shitstorm wegen seines Beitrages erwartet.

Nachdem sich Nutzer in den sozialen Medien über Nuhrs Aussagen beschwert hatten, löschte die DFG das Video. Sie wollte diese Maßnahme jedoch nicht als Zensur verstanden wissen. (ag)

Der Streit um den Beitrag des Kabarettisten Dieter Nuhr für die Deutsche Forschungsgemeinschaft geht weiter Foto: picture alliance/augenklick

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