Der Kabarettist Dieter Nuhr wirft der Deutschen Forschungsgemeinschaft vor, sich dem Druck aus dem Internet zu beugen Foto: picture alliance/Revierfoto/dpa
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Nuhr: Deutsche Forschungsgemeinschaft unterwirft sich Krawallmachern

BERLIN. Der Kabarettist Dieter Nuhr hat die Löschung seines Beitrags über die Bedeutung der Wissenschaft durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) kritisiert. Hintergrund waren ablehnende Kommentare in den sozialen Medien wegen Nuhrs Aussagen. „Die DFG unterwirft sich den Krawallmachern, die im Internet systematisch an der Unterdrückung kritischer Stimmen arbeiten, die in der Mitte des politischen Spektrums stehen“, schrieb Nuhr auf Facebook.

Daß die DFG eingeknickt sei, halte er für alarmierend. Er sei es gewohnt, für seine öffentlichen Aussagen Haß zu ernten, betonte Nuhr. „Neu ist, daß nun eine Organisation wie die Deutsche Forschungsgesellschaft, die eigentlich wie keine andere für freies Denken stehen sollte, den Ideologen im Netz nachgibt. Das ist nicht nur erstaunlich, sondern ängstigt mich.“ Die DFG schade sich selbst, wenn sie sich daran beteilige, „kritische und keineswegs extremistische oder verschwörungstheoretische Stimmen mundtot zu machen“.

DFG bestreitet Zensur

Die DFG hatte Nuhr zuvor gebeten, für eine Kampagne eine kurze Botschaft beizusteuern. In seinem Beitrag sagte er: „Wissen bedeutet nicht, daß man sich zu 100 Prozent sicher ist, sondern daß man über genügend Fakten verfügt, um eine begründete Meinung zu haben. Wissenschaft ist nämlich keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet. Und wer ständig ruft ‘Folgt der Wissenschaft!’ hat das offensichtlich nicht begriffen.“

Gegenüber der Bild äußerte die DFG, dieser Satz sei ein „unnötiger Seitenhieb auf aktuelle Debatten in und um Wissenschaft und deren Akteure, den wir nicht mit den Anliegen der Kampagne für das Wissen in Übereinkunft bringen konnten“. Die Löschung sei jedoch keine Zensur.

Der Kabarettist äußerte sich auch besorgt über das Meinungsklima an den Universitäten. So werde an „Universitäten indessen überall massiv darauf hingearbeitet, daß Andersdenkende gar nicht mehr hineingelassen werden. Das ist nicht nur empörend, sondern beängstigend.“ Nuhr hatte in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt, da er sich über die „Fridays-For-Future“-Bewegung lustig gemacht hatte.

Die DFG ist ein Verein zur Förderung der Wissenschaft in Deutschland. Mitglieder sind zumeist Hochschulen und Forschungseinrichtungen. 2018 verfügte sie über einen Förderungsetat von 3,4 Milliarden Euro. (ag)

Der Kabarettist Dieter Nuhr wirft der Deutschen Forschungsgemeinschaft vor, sich dem Druck aus dem Internet zu beugen Foto: picture alliance/Revierfoto/dpa

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