Hindenburg
Der frühere Reichspräsident Paul von Hindenburg (Mitte) ist kein Ehrenbürger mehr von Berlin Foto: picture alliance/arkivi
„Aufstehen für Demokratie“

Berlin: Rot-rot-grün streicht Hindenburg von Ehrenbürgerliste

BERLIN. Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat mit der Mehrheit aus Grünen, SPD und Linkspartei beschlossen, dem ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg den Ehrenbürgertitel abzuerkennen. Die drei Fraktionen hatten den Antrag gestellt und am Donnerstag in einer Plenarsitzung entsprechend entschieden. „Die Zeit, in der wir leben, erfordert wieder ein Aufstehen für Demokratie“, sagte Regina Kittler von der Linkspartei laut der Nachrichtenagentur dpa. „Das schließt die konsequente Verurteilung von Tätern ein. Und Hindenburg war Täter.“

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Hindenburg habe dazu beigetragen, die Demokratie in Deutschland zu zerstören und der Diktatur den Weg zu ebnen, da er Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler berufen hatte, urteilte Kittler. Die Linkspartei war bereits im März 2015 mit demselben Vorhaben gegen die Stimmen von SPD und CDU gescheitert.

CDU: „ahistorische Sichtweise“

Robbin Juhnke von der CDU nannte das eine „ahistorische Sichtweise“. Zweimal sei Hindenburg durch freie Wahlen zum Reichspräsidenten gewählt worden, auch mit den Stimmen der SPD. Er sei zwar eine historisch umstrittene Figur, ihm die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen, sei jedoch falsch.

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Auch die FDP stemmte sich gegen die Entscheidung. Über Twitter schrieb sie, daß Hindenburg die Weimarer Republik stabilisiert habe und „auch das parlamentarische und demokratisch gewählte System“. Später löschte die Berliner Fraktion den Post und sprach sich dafür aus, Hindenburgs historische Rolle „differenziert zu betrachten“. Dem sei der Tweet nicht gerecht geworden. (hr)

Der frühere Reichspräsident Paul von Hindenburg (Mitte) ist kein Ehrenbürger mehr von Berlin Foto: picture alliance/arkivi

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