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Literaturbetrieb: Männerbashing im Kulturbetrieb – Wenn mit Spaltung Geld gemacht wird

Literaturbetrieb: Männerbashing im Kulturbetrieb – Wenn mit Spaltung Geld gemacht wird

Literaturbetrieb: Männerbashing im Kulturbetrieb – Wenn mit Spaltung Geld gemacht wird

Auf einem Tisch liegt ein Stapel an Büchern – möglicherweise gefüllt mit Männerhaß
Auf einem Tisch liegt ein Stapel an Büchern – möglicherweise gefüllt mit Männerhaß
Ein Stapel Bücher – enthalten sie vielleicht Haßtiraden aufs männliche Geschlecht? Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Li Bro.photo
Literaturbetrieb
 

Männerbashing im Kulturbetrieb – Wenn mit Spaltung Geld gemacht wird

Bücher, die sich an Männern abarbeiten, haben gerade Hochkonjunktur. Vom plumpen „Ich hasse Männer“ bis zu „Männer töten“ ist alles dabei. Warum das ein Problem ist, schreibt Deutschlands berühmtester „Bookfluencer“ in einem Gastbeitrag.
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„Wut“ ist in der Buchbubble auf Instagram und Tiktok ein junges Genre, das zu einer Art Cash-Cow geworden ist. Mareike Fallwickls Roman „Die Wut, die bleibt“ erzählt von weiblicher Überlastung und richtet den Fokus auf den männlichen Teil der Gesellschaft. Daneben reihen sich zahlreiche Bücher ein, die das Geschlecht des Mannes per se problematisieren.

Bolas „Sei kein Mann“, Sebastian Tippes „Toxische Männlichkeit“ oder ganz provokant der literarische „Titelolymp“ des Männerbashings: Eva Reisingers „Männer töten“, das Gewalt als radikales Gedankenspiel gegen Männer inszeniert. Oder die französische Feministin Pauline Harmange mit dem plumpen Titel „Ich hasse Männer“. Diese Werke sind ebenfalls Teil einer Social-Media-Bewegung geworden, die sich pauschal gegen Männer richtet mit Sätzen und Wordings wie: „Nicht alle Männer, aber immer Männer.“

Klar: Literatur darf alles

All das ist legitim – denn Literatur darf alles. Es wird erst dann problematisch, wenn aus individueller Täterkritik eine kollektive Zuschreibung wird – wie heutzutage im Netz zu beobachten ist: Was bei anderen Menschengruppen (etwa Frauen oder Moslems) jedwede Grenze des Unsagbaren überschreiten würde und man mit den schlimmsten sozialen, privaten und beruflichen Konsequenzen rechnen müßte, scheint bei der Bevölkerungsgruppe der Männer außer Kraft.

Kurzum: Männer als Gruppe, als Struktur, sind Schuldige. In jedem anderen Fall würde man von Pauschalisierung oder „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ sprechen, doch beim Thema Männer ist dies längst salonfähig geworden – im Feuilleton, in sozialen Medien und eben auch in der Verlagswelt.

Wo das wirkliche Problem liegt

Wenn wir jedoch ernsthaft darüber sprechen wollen, müssen wir weg vom Bauchgefühl und zu den realen Zahlen. Nichts kann hierfür ein besseres Fundament sein als das jüngste Bundeslagebild des Bundeskriminalamtes zu geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten.

– rund 187.000 weibliche Opfer häuslicher Gewalt (70,4 %),

– 53.451 Frauen und Mädchen als Opfer von Sexualdelikten,

– 18.224 weibliche Opfer digitaler Gewalt

– sowie 859 Frauen und Mädchen als Opfer versuchter oder vollendeter Tötungsdelikte.

Die Zahlen sind niederschmetternd

Sie zeigen, daß es dringend mehr Präventionsarbeit braucht, deutlich mehr für den Schutz von Frauen getan werden muß und die Strafverfolgung konsequent durchgesetzt werden sollte. Was die Zahlen allein jedoch nicht beantworten, ist: Wie viele Männer sind tatsächlich Täter?

Fakt ist, daß die Opferzahlen keine Täterzahlen sind. Ein Täter kann mehrere Opfer haben, Opfer können mehrfach betroffen sein, Delikte überschneiden sich. Im schlimmsten Fall, in dem jede betroffene Frau von einem männlichen Täter attackiert wurde, sehe es aus wie folgt: Der Anteil „beteiligter Männer“ bei häuslicher Gewalt 2024 liegt bei maximal 187.000 von 41.839.886 Männern. Also rund 0,45 Prozent. Für die 53.451 Sexualopfer ergäbe sich als theoretisches Maximum 0,13 Prozent, für digitale Gewalt 0,04 Prozent.

Addiert man diese Zahlen, käme man in einer Hellfeld-Rechnung auf 0,62 Prozent aller Männer in Deutschland, die Gewalt an Frauen ausüben. Selbst bei einer großzügigen Dunkelfeldauslegung (Faktor 3 – 5) ergäbe sich eine Spannbreite von 1,9 bis 3,1 Prozent.

Kein gleichmäßig verteiltes Phänomen

Das ist sicherlich methodisch grob, jedoch aussagekräftig genug, um festzuhalten, daß auch unter extremen Annahmen die Gewalt gegen Frauen ein Problem einer Minderheit und nicht eines ganzen Geschlechts ist. Zudem weist das BKA selbst darauf hin, daß Gewalt stark mit Alter, Milieu und Mehrfachtäterschaft zusammenhängt – sie ist also kein gleichmäßig verteiltes Phänomen.

Doch was bedeutet das? Der gesellschaftliche Raum, in dem heute teils radikale Formen von Männerverachtung folgenlos geäußert werden, existiert auch deshalb, weil staatliche Ordnung, Sicherheit und Rechtsdurchsetzung intakt sind – alles Institutionen, die historisch wie auch aktuell stark von Männern geprägt werden. Um es in anderen Worten zu sagen: Es sind überwiegend Männer, die den Raum geschaffen haben, daß gewisse Gruppen von Menschen sich öffentlich und ohne Konsequenzen radikal über sie auslassen können.

Benennt die Täter!

Die Schlußfolgerungen daraus sind eindeutig: Benennt Täter, schützt die Opfer, stärkt Präventionsarbeit und nehmt Männer als eure „Allys“ mit, anstatt sie kollektiv zu diffamieren. Die ersten Wellen des Feminismus haben gezeigt, daß wahre Veränderung nur gemeinsam geschehen kann – wenn Männer und Frauen Seite an Seite für die Rechte von Frauen kämpfen.

40 Millionen Männer kollektiv zu verdächtigen oder kulturell abzuwerten ist kein gesellschaftlicher Fortschritt, sondern lediglich ein neues Genre: Umsatz, Klicks und Reichweite auf Kosten von Verhärtung der Fronten und Spaltung der Gesellschaft. Gerade im Literaturbetrieb sollten man weiter sein.

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„Der Bücherschrank“ ist ein Influencer auf Instagram, der mit humorvoller Straßentauglichkeit Bücher vorstellt und bespricht – frei von woken Scheuklappen. Seinen echten Namen will der Familienvater vorerst lieber geheimhalten, nachdem linke Gruppierungen Stimmung machten.

Ein Stapel Bücher – enthalten sie vielleicht Haßtiraden aufs männliche Geschlecht? Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Li Bro.photo
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