Dompteuse im Männerzirkus

Wer die konservative Publizistik hierzulande in den Blick nimmt, wird leicht feststellen, daß es sich dabei um eine vorwiegend männliche Domäne handelt. In der 1995 erschienenen programmatischen Aufsatzsammlung „Wir 89er — Wer wir sind, was wir wollen“ zum Beispiel waren unter zwölf Beiträgern nur drei Frauen; zwei davon sind in der Versenkung verschwunden, die dritte ist — Ellen Kositza. Die 1973 in Offenbach geborene Publizistin studierte Germanistik und Geschichte, arbeitete kurzzeitig als Lehrerin und ist inzwischen Mutter von sechs Kindern. Mit ihrer scharfen Beobachtungsgabe und einer stilsicheren Feder gehört sie zu den wenigen Autorinnen, die sich im publizistischen Männerzirkus einen festen Platz erobert haben. Seit kurzem ist sie Redakteurin der vom Institut für Staatspolitik herausgegebenen Zeitschrift Sezession, für die sie bereits seit der ersten Ausgabe (2003) als freie Mitarbeiterin tätig war. Außerdem schreibt sie seit rund fünfzehn Jahren für die JUNGE FREIHEIT und publiziert Beiträge in der Kulturzeitschrift Gegengift sowie dem libertären Magazin Eigentümlich frei. In der Edition Antaios erschien dieses Jahr auch ein erstes Buch von Ellen Kositza: „Gender ohne Ende oder Was vom Manne übrigblieb“ — eine scharfe Abrechnung mit der feministischen Ideologie und der Politik des Gender Mainstreaming (JF 47/08). Jetzt erhält sie den diesjährigen Gerhard-Löwenthal-Preis für Journalisten. Erstmals 2004 vergeben, ehrt die Auszeichnung Autoren, die sich durch kontinuierliche, besonders qualitätsvolle Beiträge hervorgetan haben. Ausgelobt von der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF) in Kooperation mit Ingeborg Löwenthal und der JUNGEN FREIHEIT und dotiert mit 5.000 Euro, fördert der Löwenthal-Preis jungen, freiheitlich-konservativen Journalismus. Die Verleihung an Ellen Kositza findet am 7. Dezember in Berlin statt. Ebenfalls ausgezeichnet wird an diesem Tag mit Peter Scholl-Latour (84) Deutschlands nicht nur bekanntester, sondern vor allem profundester Reporter von nahezu allen Brennpunkten dieser Welt. Für sein herausragendes Lebenswerk erhält er den undotierten Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis.

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
Hierfür wurden keine ähnlichen Themen gefunden.
aktuelles