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Jetzt, alles, sofort!

Schon lange vor dem ersten Advent hing in den meisten Städten die Weihnachtsbeleuchtung. Ebenso lange liegen in den Regalen der Kaufhäuser die Lebkuchen und die Schoko-Weihnachtsmänner. Damit die richtige Stimmung den Käufer anregt, erklingen „Jingle Bells“ und „Last Christmas“. „Stille Nacht, heilige Nacht“ haben die Menschen auf so vielen Weihnachtsmärkten und Weihnachtsfeiern gehört, daß sie dessen überdrüssig sind, wenn die heilige Nacht endlich da ist.

Die nachchristliche Konsumgesellschaft hat das Weihnachtsfest einfach vorverlagert, weil sie nicht mehr warten kann. Heute gilt das Motto: „Jetzt, alles, sofort!“ Für den Christen aber bedarf jedes große Fest auch der – äußeren wie inneren – Vorbereitung. Die Adventszeit und auch die Fastenzeit sollen den Menschen das Warten lehren. Dieses ist für den Gläubigen gerade deshalb so wichtig, da er doch sein ganzes Erdenleben als vorbereitende Wartezeit auf das ewige Leben begreift.

Wertschätzung des Wartens

In einer Gesellschaft, in der alles jederzeit verfügbar sein muß, ist dafür ein Schwimmen gegen den Strom vonnöten, das den Strebsamen aber belohnt, indem es ihn der Eintönigkeit entreißt. Und für den, der warten kann, ist auch die Freude am Festtag umso größer.

Entscheidende Konsequenzen hat die Wertschätzung des Wartens aber auch in der Erziehung. Welche Kinder und Jugendlichen wachsen eigentlich bei uns heran, wenn ihnen jederzeit jeder Wunsch erfüllt wird? Ist die künftige Generation überhaupt fähig, Einschränkung und Verzicht anzunehmen? Diese Frage stellt sich nicht nur hinsichtlich des Konsums und der Gesundheit, sondern ebenso im Hinblick auf gewisse Süchte, für die Jugendliche in der Pubertät anfällig sind.

Advent unseres Lebens

Die Kinder- und Jugendpsychologin Christa Meves spricht davon in ihrem soeben erschienenen Buch „Die Clique“. Dort beschreibt sie die Situation heutiger Jugendlicher: „Süchte – vom Nikotinmißbrauch über den Hasch bis zum Frühalkoholismus – liegen als Angebot unmittelbar vor ihnen auf der Straße (…) Die Verführer zur Frühsexualisierung lauern nicht mehr heimlich an verschwiegenen Orten, sondern erproben ihre Künste mehr als deutlich, womöglich direkt in den Klassenzimmern und lassen sich in Form von Pornographie aus dem Internet herunterladen.“

Wir müssen alle das Warten wieder lernen. Der jährlich wiederkehrende Advent möge uns dazu anleiten und uns vorbereiten auf den Advent unseres Lebens! In diesem Sinne wünsche ich den Lesern meiner Kolumne noch eine besinnliche Adventszeit!

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