Andreasch

Streiflicht
 

Liberalitas Bavariae

Andreasch
Linker Tendenzjournalismus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Foto: JF

An der Bundeswehruni München erscheint eine Studentenzeitschrift namens Campus. Den Chefredakteur bestimmen die Studenten demokratisch in einem Konvent selbst. Was heißt eigentlich Demokratie? Daß man sich zwischen Alternativen entscheiden kann. Daß es im Parlament eine Linke, eine Mitte und eine Rechte gibt. Und daß diese Flügel prinzipiell gleichberechtigt miteinander streiten können.

Nehmen wir nun einmal an, der Konvent an der Bundeswehruni wählte einen Chefredakteur, der Sympathisant der Grünen, freier Autor der linken taz wäre – was würde passieren? Käme es zu einem „Code Red“ in der Bundeswehr? Einer Skandalisierung durch das öffentlich-rechtliche Fernsehen? Distanzierung seitens des Uni-Präsidenten? Natürlich würde eine solche Wahl weder in der Bundeswehr noch in der Öffentlichkeit irgendeine Reaktion auslösen. Und zwar einfach deshalb, weil die totale Lufthoheit der Linken über den Universitäten seit vierzig Jahren ungebrochen ist.

Nun haben die angehenden Offiziere in München mit Martin Böcker jedoch einen Chefredakteur gewählt, der nicht links, sondern konservativ ist, der nicht für die taz, sondern für die JUNGE FREIHEIT schreibt, und er hat in seiner Zeitschrift Campus nicht Werbung für das Hamburger Institut für Sozialforschung, sondern für das Institut für Staatspolitik abgedruckt. Groß ist deshalb der „Skandal“, der von Medien, Politik und Uni-Leitung aus dem Fall gemacht wird.

Alarmistischer Krawallbeitrag

Auslöser war der Bayerische Rundfunk (BR), der alarmistisch fragte: „Unterwandern Neonazis Studentenzeitung?“ Der Treppenwitz nun war, daß jener „Haltet den Dieb!“ schreiende Krawallbeitrag des BR von zwei freien Mitarbeitern mitverantwortet wurde, die für eine vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtete linksextreme Antifa-Initiative in München aktiv sind. Empörung in der Öffentlichkeit über eine tatsächlich aufgedeckte „Unterwanderung des BR durch Linksextremisten“? Selbstverständlich Fehlanzeige. Und natürlich hat dies keine Konsequenzen für die Redaktionsleitung.

Dafür muß sich der CSU-Politiker Thomas Goppel dafür rechtfertigen, die JF anläßlich ihres 25jährigen Jubiläums gelobt zu haben. Weil die Argumente gegen das „ultrarechte Blatt“ fehlten, wurden von der Süddeutschen Zeitung kurzerhand passende erfunden, nämlich daß für die JF der „NPD-Vorsitzende Udo Voigt … immer wieder geschrieben“ habe. Und zwar „gerne“.

In Wahrheit stimmt weder das eine noch das andere. Das hat die SZ inzwischen einräumen müssen. Thomas Goppel parierte die Angriffe indes souverän und erklärte, er sehe sich lieber „auf der Seite der Mutigen als auf der Seite der Feigen“. Zweifellos braucht es selbst in Bayern schon sehr lange keinen Mut mehr, links zu sein.

JF 30/11

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