Klimasteuern, Twitter-Zwist, AfD-Deppen, Japan-Flieger

Kaisers royaler Wochenrückblick

US-amerikanische Milliardäre und Multimillionäre wollen höhere Steuern zahlen! So war es diese Woche in vielen Medien zu lesen. Unter anderem solle das so eingenommene Geld für den Klimaschutz ausgegeben werden. In Wahrheit ging es den schwerreichen „Umwelt-Aktivisten“, unter denen sich selbstverständlich auch mal wieder der König des politischen Marketings, George Soros, befand, bei ihrer Forderung an Präsident Donald Trump – besteuert uns stärker – natürlich nicht darum, daß sie selbst mehr für den Klimaschutz bezahlen möchten, das könnten sie ja, ohne daß sie jemand daran hindert, jederzeit machen, sondern sie wollten, daß andere dazu gezwungen werden, die Lieblingsprojekte der linksliberalen Teile der Elite stärker mitzufinanzieren.

Darüber würden sich zumindest auch die „Fridays for Future“-Kids freuen. Wer könnte da dann noch guten Gewissens dagegen sein? Zumal ein Kinderlächeln doch mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen ist. Sogar wenn es im Gesicht von Greta Thunberg liegt.

Die Hoffnung der SPD

Den „Bitch Fight“ der Woche gab es in der SPD. Thomas Oppermann soll den Ex-Juso-Regionalfunktionär, Filippos Kourtoglou, eine Privatnachricht auf Twitter geschickt haben, mit den Worten: „Du armseliger Verleumder!“ Der angeblich so dumm von der Seite Angetwitterte hat seinem stiefväterlichen Parteifreund mit der Frage geantwortet: „Drehst Du jetzt vollkommen durch?“ So ist es zumindest in dem Screenshot zu lesen, den Kourtoglou anschließend veröffentlicht hat.

Grund für den so eskalierten Twitter-Zwist war der aktuelle Richtungsstreit in der SPD. Den tragen die Genossen offenbar mittlerweile auf dem Niveau eines frischgetrennten Teenager-Paares aus. Vielleicht haben die Sozis ja die Hoffnung, dadurch einige junge und naive Wähler von den Grünen zurückzugewinnen.

Sitzenbleiben für Vorurteil-Bestätigen

Ziemlich armselig, oder zumindest nicht besonders geschmackvoll, haben sich in dieser Woche leider auch mal wieder so einige in der und um die AfD verhalten. Im Zuge des Gedenkens an den ermordeten Walter Lübcke haben Politiker und Anhänger der „Alternative für Deutschland“ keine Gelegenheit ausgelassen, sämtliche Vorurteile zu bestätigen, die es in der Öffentlichkeit über die Partei gibt. Der bayrische Landtagsabgeordnete Ralph Müller blieb während einer Gedenkminute für den Ermordeten zunächst sitzen und hat gelesen. Er selbst sagte, es sei nur ein einer kurzen Unachtsamkeit geschuldetes Versehen gewesen.

Viele Sympathisanten rechtfertigten das Sitzenbleiben derweil schon damit, daß der Bundestag einst der von einem „Flüchtling“ ermordeten Susanna F. eine Gedenkminute verweigert hatte und man die AfD für ihr Schweigen für die Tote sogar gemaßregelt hat. In der Tat hat das Parlament damals ein erschreckend kaltherziges Bild abgegeben. Solche Bilder sollte man vermeiden und sie nicht im kleinen nachstellen. Möglichst auch nicht unabsichtlich.

Hobby-Vogelkundler ohne Anstand

Die Medien nahmen die Vorlage natürlich dankbar an. Genau wie den „verhaltenen Applaus“ der AfD-Fraktion für die Bundestagsrede von Wolfgang Schäuble zum Thema rechtsextreme Gewalt. Einem, der stets darauf zu warten scheint, eine Gelegenheit zu bekommen, seiner eigenen Partei maximal zu schaden, war das alles aber offenbar noch nicht genug. Gemäß der alten Steigerungsform: Widerlich, widerlicher, Gedeon, bezeichnete dieser am Donnerstag im Stuttgarter Landtag den rechtsextremistischen Terror in Deutschland, im Vergleich zum linksextremen und islamistischen Terrorismus, als „Vogelschiß“.

Der Zeitpunkt und die Gauland (in der Bedeutung auch noch verfälscht) zitierende Wortwahl, zeigten einmal mehr, daß das bizarre Auftreten von Wolfgang Gedeon nicht einfach nur ungeschickt ist. Da weiß einer ganz genau, was er sagt. Einer, dem die eigene verquere Ideologie und Profilneurose wichtiger sind, als das Wohl der Partei oder jede Form von menschlichem Anstand.

Die ganz spezielle Polizei vom Isar-Ufer

Frauen dürfen sich an der Isar jetzt offiziell „oben ohne“ sonnen und ohne Bikinioberteil baden gehen. Dafür hat ein Dringlichkeitsantrag der Münchner CSU gesorgt. Wenn einem das vor 20 Jahren einer gesagt hätte, hätte man vermutlich gedacht: „O’zapft is!“ Aber der nackte Fortschritt macht eben auch vor Bayern schon lange nicht mehr halt. Nun dürfen Frauen also auch am Flußufer in München obenrum blankziehen.

Zumindest solange an der Isar noch nicht die Scharia-Polizei patrouilliert. Bisher geht dort eine private Sicherheitsfirma auf Streife. Deren Leute sollen die weiblichen Badegäste, mitunter in ziemlich wüster Form, dazu aufgefordert haben, sich zu bedecken. Die rüde Art und Weise der den Fluß abgehenden Türsteher hat die Oben-ohne-Debatte überhaupt erst ausgelöst. Wer das klassische Mitarbeiter-Klientel solcher Security-Unternehmen kennt, kann sich denken, daß die Sittenwächter nur die ehrenwertesten und allerheiligsten Absichten hatten.

Einmal Japan und zurück

Die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen der Welt haben sich beim G20-Gipfel in Japan nach langem Streit doch noch auf eine gemeinsame Abschlußerklärung verständigt. Die besagt grob zusammengefaßt: Alle 19 Länder bleiben beim Thema Klimaschutz bei ihrer Haltung, und die USA akzeptieren den ökonomischen Kamikaze-Flug ihrer wirtschaftlichen Konkurrenzstaaten. Es können also alle beruhigt nach Hause gehen.

Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage

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