Meinung

Der Halbmond des Terrors

Nigeria, Kenia, Syrien, Somalia, Pakistan und Indien. Die Zahl der Länder, in denen Islamisten immer öfter für Schrecken sorgen, steigt. Auf der Landkarte zeichnet sich über Zentralafrika dem Nahen Osten bis nach Afghanistan ein Halbmond des Terrors ab. Die Weltgemeinschaft steht dem hilflos gegenüber.

Hätte die Mordlust, die Gefährlichkeit des Islamismus noch eines Beweises bedurft, er wurde nun in Kenia erbracht. Im Internet kursieren zahlreiche Fotos aus einer Universität im Norden des Landes. Leichen, Blut, weinende Frauen. Mehr hinterließ die Terrormiliz Al-Shabaab nicht. Es war ein gezielter Angriff auf Christen. Die Bibel wird in immer mehr Ländern zum Todesurteil.

Es gibt keine „gemäßigten Islamisten“

Für einen „Aufschrei“ oder einen „Aufstand der Anständigen“ hat das Leid der Christen bisher nicht gereicht. Zu weit weg, falsche Täter, „interreligiöser Dialog“ – es findet sich immer eine Ausrede, nicht über das Thema zu sprechen. Dabei wäre es durchaus möglich, auch Menschen in Deutschland für die islamistische Gefahr zu sensibilisieren.

Als erstes sollten die Medien aufhören, von „radikalen Islamisten“ zu schreiben. Diese Wörter setzen voraus, daß auch „gemäßigte Islamisten“ existieren würden. Außerhalb des Wunschdenkens in manch einer Zeitungsredaktion gibt es so etwas nicht. Wo heute noch „gemäßigte Islamisten“ regieren, rollen am nächsten Tag die Köpfe der „Ungläubigen“.

Riad, Kuwait, Washington

Zweitens wäre es Zeit, Klartext über die Hintermänner des Terrors zu reden. Die sitzen in Riad, in Katar und leider auch in den Vereinigten Staaten. Ohne die Geldquellen vom Persischen Golf müßte so manche Terrorgruppe mit deutlich weniger militärischer Schlagkraft auskommen. Aber mit Saudi-Arabien spricht niemand Klartext. Statt dessen reist eine Delegation nach der anderen in das Land, um sich zu versichern, wie eng man doch zusammenarbeite. Dabei unterscheidet sich die IS-Ideologie nur in Nuancen von der Riads. Mit Ländern, die Christen zu Freiwild machen, kann es keinen „Kampf gegen den Terror“ geben.

Auch die Vereinigten Staaten müssen ihre Vorgehensweise nun endlich grundsätzlich überdenken. Es hat nichts gebracht, unbequeme nationalistisch-säkulare Regime (Irak, Afghanistan) zugunsten kurzlebiger Demokratien aus der Welt zu bomben. Auch in Syrien funktioniert das nicht. Dort erbeuten die Islamisten die von den USA und den Golfstaaten gespendeten Waffen massenhaft. Die „gemäßigten“ Rebellen sind in dem Land längst kein Machtfaktor mehr.

Weniger Wunschdenken

Eines zumindest ist schon jetzt klar. Der „interreligiöse Dialog“ wird den islamischen Terror nicht beseitigen. Schon der Gedanke ist lächerlich. Die christlichen Opfer sollen mit den Tätern sprechen? Worüber wird da diskutiert? Über die Art der Ermordung von Christen?

Die durch Korruption und falsche Entwicklungshilfe verursachten wirtschaftlichen Schwierigkeiten der meisten Länder, in denen die Islamisten ihr Unwesen treiben, werden dafür sorgen, daß sich immer mehr junge Moslems den Terrorgruppen anschließen. Hinzu kommt die demographische Entwicklung in vielen afrikanischen und arabischen Ländern. Das Mobilisierungspotential ist nahezu unbegrenzt.

Europa wird sich nicht lange vor dieser Entwicklung wegducken können. Paris war nur ein Vorgeschmack. Assad, Gaddafi und Saddam Hussein haben eines gemeinsam. Unter ihrer Herrschaft hatten oder haben Christen ein weitgehend normales Leben führen können. Es mag zynisch klingen: Aber ein Islamist ist im Kerker eines nationalarabischen Potentaten sicher besser aufgehoben als in einer deutschen Fußgängerzone oder einer kenianischen Universität.

IS-Anhänger im Irak: Die Bibel wird zum Todesurteil Foto: picture alliance/AP Photo

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