Joachim Kuhs

 

Junge Leute im Schnee

Mit einem massivem Polizeiaufgebot mußte am vergangenen Montagabend dem frostigen Wintereinbruch im Leipziger Süden begegnet werden. Allerdings waren die Beamten nicht im Schneeräumdienst eingesetzt, sondern mußten eine Straßenschlacht des linksextremistischen Milieus im Stadtteil Connewitz eindämmen. Dort wurde nämlich – wie schon in der Silvesternacht, als über fünfzig „Autonome“ vorübergehend festgenommen wurden – randaliert, Passanten geschlagen und der Straßenverkehr teilweise lahmgelegt. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) mußten sogar einen Ersatzverkehr mit Bussen einrichten: „Einer unserer Straßenbahnfahrer hätte am Connewitzer Kreuz per Hand die Weiche stellen müssen“, das habe er sich aber wegen des Trubels nicht getraut, beschwerte sich LVB-Sprecher Frank Dietze in der Leipziger Volkszeitung. Auch ein Streufahrzeug wurde von Vermummten angegriffen und demoliert. Als die johlende Meute dann die Straße mit Schneebarrikaden versperrte, griff schließlich die Bereitschaftspolizei ein. „Per Lautsprecher wurden die Teilnehmer aufgefordert, die Schneeballschlacht zu beenden“, erklärte Polizeisprecher Sebastian Schmidt. Zunächst sei „alles friedlich“ gewesen, deshalb habe die Polizei die Lage auch nur beobachtet. Zweieinhalb Stunden, nachdem die Antifa-Hundertschaft loslegte, war die Situation bereinigt, nur der bei der „Schneeballschlacht“ (Polizeibericht) entstandene Schaden kann noch nicht beziffert werden. Nachsichtig begleitete auch die Presse die „Massenschnellballschlacht“: Dort wurde aus „dem Spaߓ der „jungen Wintertäter“ im „linksalternativen Szeneviertel“ lediglich „Ernst“.

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