Joachim Kuhs

 

Gegen die Entmündigung

Eine paneuropäische Partei, die das Unbehagen der Nationen über ihre Entmündigung durch die Eurokraten bündeln und in allen EU-Mitgliedstaaten zur Europawahl antreten will – das ist eine gute Nachricht, und „Libertas“ ist dafür ein guter Name. Die Idee der bürgerlichen Freiheit und des Selbstbestimmungsrechts der Völker, die Europa groß gemacht hat, ist im Brüsseler Gouvernantenregime schon vor längerer Zeit verlorengegangen. Frische Freiheitskämpfer kann unser Kontinent gut gebrauchen. Der Teufel steckt freilich im Detail. „Nein zu Lissabon“ ist ein schwacher Kitt für ein heterogenes Bündnis, das Monarchisten und Liberale, Konservative und Rechtsbürgerliche anspricht. Unter www.libertas.eu findet man wenig Programmatisches, dafür vieles zur Widerlegung von Verleumdungen gegen den irischen Initiator der Bewegung, Declan Ganley – und einen Link zur Kandidatensuche, sozusagen per Kleinanzeige. Doch diese Struktur des Ungefähren muß kein Fehler sein. Schließlich hat auch jede Nation ihre eigenen Probleme mit der EU. Wenn Ganleys „Libertas“ auch in Deutschland zur Initialzündung für eine freiheitliche Sammlungsbewegung würde, wäre schon viel erreicht. Zentralistische Rezepte, die alle Europäer über einen Kamm scheren, haben wir ja schon genug.

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
Hierfür wurden keine ähnlichen Themen gefunden.
aktuelles