Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Unser Pantheon

Jeder Mensch braucht seine Vorbilder – die, die man liebt und bewundert – die Sterne, an denen man seinen Weg ausrichtet. Auch die Nationen blicken auf ihre großen Toten und Leitfiguren, um sich im Überlebenskampf zu behaupten.

So wichtig Werte und Symbole sind, so sind doch am Ende die wirklichen Götter stärker als alle Abstraktionen und Rituale. Deutschland hat zwar die Walhalla bei Regensburg. Auch wenn es nicht falsch ist, in sie Sophie Scholl oder demnächst Edith Stein und Heinrich Heine per Gedenktafel aufzunehmen – man wagt sich dort nicht hinaus über den rheinisch-berlinisch-bajuwarischen Minimalkonsens. Gerade den aber gilt es nun zu überwinden.

Wir, die ohnehin wie einst Hoffmann von Fallers-leben bei unseren Machthabern wegen "Verachtung und Haß gegen Landesherren und Obrigkeit" in Verruf sind, sollten der Beweihräucherung des Landesverrats und Separatismus, des nationalen Nihilismus und der geschäftstüchtigen Wendehalsigkeit ein Denk- und Mahnmal deutscher Einheit und Geistesgröße, des Mutes und der Aufopferung entgegensetzen – zunächst virtuell (in den Medien, im Weltnetz, in unseren Aktionen), eines Tages sicher auch in Stein.

Klar ist, daß dort allerdings weder die braunen Massenmörder noch die roten Mauerbaumeister, weder die Rheinbund-Separatisten noch die Handelsvertreter für Gasprom, Rothschild und Co. ihren Platz haben werden – dafür aber Karl Marx und Ernst Jünger, Albert Leo Schlageter und Ernst Thälmann, Rosa Luxemburg und Carl Schmitt, Friedrich Engels und Ernst Niekisch und viele andere, deren Weg bei allen ihren Irrtümern und Fehlern doch zu der Identität und den Traditionen unseres Landes gehört.

Der Meinungsstreit zwischen der Linken und der Rechten und der manchmal arg imaginären Mitte ist unvermeidlich, und er muß weitergehen. Aber zuallererst müssen wir uns mit Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einigen auf einen neuen nationalen Konsens.

Diese neue Einheit der nationalen und demokratischen Kräfte von Links bis Rechts wird ihren geistigen Fixpunkt darin finden, sich im Gedenken ein mutiges und wirkmächtiges Bild unserer Geschichte zu formen – und damit ein deutsches Pantheon, das kein Selbstzweck, sondern eine Waffe im Kampf ist.

Rolf Stolz war Mitbegründer der Grünen und lebt heute als Publizist in Köln.

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