Mißachtung des Lebens

Die euphemistisch „Pille danach“ genannten Frühabtreibungsmittel sollen nach dem Willen der Bundesregierung zukünftig völlig rezeptfrei für jedermann erhältlich werden. Wenn sie in den ersten 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, verhindern sie die mögliche Einnistung eines Embryos in die Gebärmutter. Damit wird de facto aber eine Abtreibung zum frühestmöglichen Zeitpunkt durchgeführt. Dies ist schon heute als eine absolute Mißachtung und Konterkarierung des rechtlichen Schutzes des ungeborenen Lebens zu betrachten. Ist bereits derzeitig der verschreibungspflichtige, aber außerhalb der Beratungsregelung stehende Bezug dieser Pille ethisch und rechtlich mehr als problematisch, so widerspricht er außerdem auch noch der geltenden deutschen Rechtslage. Kann jedoch künftig jede 14jährige ohne die dringend notwendige Aufklärung über die tatsächlichen Risiken und die Bedeutung der Einnahme eine solche Pille in jeder Apotheke für einige Euro erhalten, wird dies zu einem weiteren dramatischen Verlust des Problem- und Unrechtsbewußtseins führen. Die vielfältig bedenklichen und signifikanten Nebenwirkungen und Gefährdungen für die junge Frau bleiben medizinisch unkontrolliert. Vor allem aber wird das Bewußtsein für den unwiederbringlichen Wert des Entstehens jedes menschlichen Lebens nachhaltig weiter korrumpiert. Bei der jetzt avisierten Freigabe wird wie in einem regierungsöffentlichen Offenbarungseid politisch endgültig auf jedes wirksame Schutzkonzept für Mutter und Kind verzichtet. Mechthild Löhr ist Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL).

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