Belohnung fürs Bravsein

Die SPD-eigene Medienholding DDVG will die Frankfurter Rundschau kaufen und zu sanieren versuchen. Massive Einsparungen und Kündigungen stehen damit bei der total heruntergewirtschafteten und hoch verschuldeten Zeitung ins Haus. Damit wolle man, heißt es in SPD-Kreisen, den „unabhängigen linksliberalen Kurs des Blattes retten“. Der Casus reizt zum Lachen. Die Frankfurter Rundschau ist seit jeher ein linkes, SPD-nahes Organ, und sie ist als solches auf dem Markt voll gescheitert. Dabei hat ihr nie jemand etwas getan. Erst kürzlich sprang ihr die hessische CDU-Regierung mit einer staatlichen Bürgschaft bei, als wieder mal ein Kredit gebraucht wurde, um die üblichen linken Ansichten weiter unter die Leute bringen zu können. Das Blatt war immer „everybody’s darling“, nur lesen wollte es keiner. Was jetzt passiert, ist folgendes: Die Frankfurter Rundschau kriegt endlich direkt von der SPD ihr Geld, und sie verliert dadurch zwar ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit, aber nicht ihren linken Kurs. Dieser Kurs ist im Gegenteil die Voraussetzung dafür, daß sie weiter vor sich hinkrebsen kann. Käme die Redaktion je auf den unabhängigen Gedanken, ihren Kurs angesichts des Desasters, das die regierenden Linken im Lande angerichtet haben, zu ändern, wäre sehr schnell Schluß mit den rettenden Geldern von der DDVG. Mit anderen Worten: Wer schön brav ist, der bekommt von der Partei sein Geld, ob die Titel nun Frankfurter Rundschau oder, wie im Fall der PDS, Neues Deutschland heißen. Ein Schelm, wer schlecht darüber denkt.

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