Mal was Neues

Die Auflösungsescheinungen rund um die Partei Rechtsstaatlicher Offensive des ehemaligen Hamburger Innensenators Ronald Schill scheinen nicht abzureißen. Fast täglich gibt es aus den Reihen der Protest-Partei, die 2001 in Hamburg spektakuläre 19,4 Prozent erreichte, Rücktritte, Austritte und Neugründungen. Auch der Vorsitzende des Landesverbandes Bremen, Jan Timke, hat angekündigt, aus dem Niedergang der Partei seine Konsequenzen zu ziehen. Timke, der im vergangenen Jahr beinahe ins Bremer Landesparlament eingezogen wäre, und allein deshalb zu den ernstzunehmenden Nachlaßverwalter der Schill-Partei zählt, versucht sich allerdings in einer Art „Königsweg“ zwischen Parteineugründung und der weiteren Unterstützung der inzwischen als „Offensive D“ firmierenden Partei Rechtsstaatlicher Offensive. Eine Wählervereinigung mit dem klangvollen Namen „Bürger in Wut“ stehe unmittelbar vor der Gründung, so Timke gegenüber der JUNGEN FREIHEIT. Daher kündigt der 32jährige Kriminalbeamte für Mai diesen Jahres bereits seinen Rücktritt von allen Parteiämtern sowie seien Parteiaustritt an. Er wolle vor allem „Funktionsträger der ehemaligen Schill-Partei, die auf Grundlage des vorhandenen Parteiprogramms politisch arbeiten wollen, aber in der jetzigen ‚Offensive D‘ keine Zukunft mehr sehen“ für die „Bürger in Wut“ werben. Die Formation wolle aber „nicht nur die engagierten Mitglieder und Sympathisanten der Ex-Schill-Partei für sich gewinnen“, sondern auch Mitglieder anderer konservativen Parteien ansprechen. Hierbei denke er vor allem an enttäuschte Unionsmitglieder. Als Wählervereinigung sei es ja möglich, Mitglieder aus anderen Parteien aufzunehmen. Natürlich wolle man sich auch an Wahlen beteiligen, so Timke. „Eine Teilnahme an der Europawahl, die automatisch zu einer Zersplitterung des konservativen Lagers führt, lehnen wir aber ab. Eine ernstzunehmende Wahlteilnahme wäre zum Beispiel die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2006. Bis dahin wollen wir unsere Truppen aufgestellt und die Kriegskasse gefüllt haben“, sagt Timke über die künftigen Aktivitäten der „Bürger in Wut“. Programmatisch dienten die Grundsätze der ehemaligen Schill-Partei als Richtschnur der neuen Formation. Die Wählervereinigung sei das Resultat aus einer Vielzahl von Gesprächen und Diskussionen, die Timke in den vergangenen Wochen mit ehemaligen Schill-Mitglieder geführt habe. Dort will er erfahren haben, „daß der Wunsch besteht, sich an etwas Neuem im konservativen Spektrum zu beteiligen“. Timke weiß, daß die Aussichten auf Erfolg angesichts der Zersplitterung getrübt sein könnten, übt aber trotzdem Optimismus: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Kontakt: Bürger in Wut, Rotdornallee 18a, 28717 Bremen, Tel: 04 21/69 49 93 00

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