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Frankfurt, Berlin, London: Stadtbild extrem

Frankfurt, Berlin, London: Stadtbild extrem

Frankfurt, Berlin, London: Stadtbild extrem

Polizisten am Kottbusser Tor in Berlin: Youtuber bringen neuen Wind in die Stadtbild-Debatte: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Polizisten am Kottbusser Tor in Berlin: Youtuber bringen neuen Wind in die Stadtbild-Debatte: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Polizisten am Kottbusser Tor in Berlin: Youtuber bringen neuen Wind in die Stadtbild-Debatte: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Frankfurt, Berlin, London
 

Stadtbild extrem

Mit ungeschönten Videos aus Europas Hauptstädten erschließen Influencer ein neues Format – und bringen frischen Wind in die Stadtbild-Debatte.
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Während in Deutschland die Stadtbild-Debatte ein Dauerbrenner ist und ein neues Schlagwort im Internet geschaffen hat, gehen ausländische Youtuber einen Schritt weiter und recherchieren im Stadtbild. Für Aufsehen zwischen den Jahren sorgte der Youtuber Nick Shirley mit seiner spektakulären Enthüllungsstory über somalische Einwanderer im US-Bundesstatt Minnesota, die mit Fake-Kinderbetreuung Hunderte Millionen Dollar an Fördergeldern ergaunerten.

Zuvor hatte sich Shirley einen reichweitenstarken Namen gemacht mit Vor-Ort-Videos von Migrantengewalt in Paris, Antifa-Ausschreitungen und kritischen Straßenumfragen zum Thema Wokeness. Der junge Mann bedient damit einen Trend, den immer mehr Youtuber aufgreifen, die vor nicht all zum langer Zeit eher noch normale Reise- und Städtereportage boten. Die Dokumentation des Verfalls westlicher Städte und des allgegenwärtigen Irrsinns von Kalifornien bis Mitteleuropa bringt Klicks und Geld. Zudem nimmt man den meisten Content Creators ihre persönliche Wut auf die Zustände ab.

YouTuber Kurt Cat mischt die Stadtbild-Debatte auf

Kurz vor Silvester besuchte eine Leitfigur der Szene, Kurt Caz, Berlin und zeigte die ungeschönte Multikulti-Realität rund um den Drogenhotspot Görlitzer Park. Der Kontrollverlust in der deutschen Hauptstadt erreicht damit internationale Aufmerksamkeit wie sie klassische altbackene TV-Nachrichten wohl nicht mehr schaffen. Davor streifte der „South African Bushman“ durch Manchester, Brüssel oder die Drogen-Zombi-Gegend rund um den Frankfurter Hauptbahnhof – Millionen Aufrufe, aber auch verbale und körperliche Attacken von „Doctors and Engineers“, wie der provokante Caz die üblichen Verdächtigen oft nennt, inklusive. Neben der Action-Kamera daher oft dabei: Fred „The Bodyguard“.

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Tatsächlich mußte der englische Kampfsportler bisher so einige körperliche Angriffe abwehren, was in Caz früheren Reisedestinationen in Südamerika oder Afrika im Vergleich zu Westeuropa kaum nötig war. Fred ist mittlerweile selbst ein kleiner Social-Media-Star, und einige seiner handfesten Gegenwehr-Clips gegen Antifas und Nafris sind Kult im Internet. Eine weitere Lieblingsübung von Kurt und Fred ist das filmische Überführen und Zur-Rede-Stellen von Betrügern an Touristen-Hotspots. In Rom, Lissabon oder unterhalb des Eifelturms kann dies ebenfalls schon mal zu chaotischem Gerangel führen.

Der „Dutch Travel Maniac“ berichtet, worüber andere schweigen

Gekippte gefährliche Gegenden erkunden oder Scammer dingfest machen, das hat sich auch der „Dutch Travel Maniac“ auf die Youtube-Fahnen geschrieben. Die Konsequenz: Bedrohungslagen, Verwahrlosung und Überfall-Versuche in Sheffield, Hamburg, Köln, Marseille, Neapel und so weiter – in ganz Westeuropa gleichen sich die Bilder von arabischen und afrikanischen jungen Männern, die aggressiv und fordernd auftreten.

Den wenigen autochthonen Bürgern schenkt der großbewachsene und wehrhafte Holländer dabei gern ein offenes Ohr. Innerhalb von nur zehn Monaten hat er sich so einen Kanal mit fast 300.000 Abonnenten und Millionen Aufrufen aufgebaut. Die Nachfrage nach solchen Klartext-Inhalten fern der mainstreammedialen Verklärung und Ausblendung ist riesig.

Wie man sich im Rotlichtmilieu eine Ladung Pfefferspray abholt

Einer, der schon auf die neun Millionen Abonnenten zusteuert, ist Tyler Oliveira. Bereits vor einem Monat hatte der unerschrockene Mann eine „somalische Invasion von Minneapolis“ in eben Minnesota dargestellt. Nachdem Oliveira früher größtenteils die gefährlichsten Viertel und Gangs in den USA sowie in der zweiten und dritten Welt besucht hat, zieht es ihn nun vielsagend ebenfalls vermehrt nach Europa. Hier enttarnt er wie seine Youtube-Kollegen gern Betrüger, Taschendiebe und Hütchenspieler. Die fliegenden Fäuste und die skurrile KI-automatische deutsche Übersetzung, die Junkie- und Gangsterslang nachahmen will, sind dabei nicht ohne Komik und sorgen trotz des eigentlich traurigen, ernsten Themas für Unterhaltungswert. Was für Kritik beim Betrachter sorgen kann: Geht es hier um Aufklärung oder Profit?

 Längst haben sich einige Youtuber ihre Nische, ihr „Ressort“ herausgepickt. Auf konfrontierende Straßenumfragen mit linksliberalen „bezahlten Demonstranten“, insbesondere im Umfeld des Nahost-Konflikts, hat sich Nate Friedman spezialisiert. In Großbritannien ist Charles Veitch unterwegs. Für Deutschland ist Adam als „investigativer Streetreporter“ dabei, möchte „unzensierte Dokus“ bieten mit „echten Stimmen“. Die Besuche in den „gefährlichsten Blocks“ von Offenbach, Bremen, Duisburg, Essen und München bestätigen jede Stadtbild-Wahrnehmung – und haben Adam in Berlin an der für sein im Rotlichtmileu berüchtigten Kurfürstenstraße eine Zuhälterladung Pfefferspray ins Gesicht eingebracht. Aber „zum Glück“ ist alles auf Video, so wie die anderen Bedrohungen und Anfeindungen im besten Deutschland aller Zeiten.

Aus der JF-Ausgabe 6/26.

Polizisten am Kottbusser Tor in Berlin: Youtuber bringen neuen Wind in die Stadtbild-Debatte: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
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