Anzeige
Anzeige

Mitglieder-Statistik: AfD und Linke lassen die Volksparteien alt aussehen

Mitglieder-Statistik: AfD und Linke lassen die Volksparteien alt aussehen

Mitglieder-Statistik: AfD und Linke lassen die Volksparteien alt aussehen

AfD. Die Mitgliederverhältnisse verschieben sich. Symbolbild: IMAGO / Steinach
AfD. Die Mitgliederverhältnisse verschieben sich. Symbolbild: IMAGO / Steinach
Die Mitgliederverhältnisse verschieben sich. Symbolbild: IMAGO / Steinach
Mitglieder-Statistik
 

AfD und Linke lassen die Volksparteien alt aussehen

CDU und SPD sterben die Mitglieder weg, während AfD und Linke boomen. Neue Zahlen zeigen, wie dramatisch sich die Kräfteverhältnisse verschieben – und wer die CSU bereits überholt haben könnte.
Anzeige

BERLIN. Die Linke hat ihre Mitgliederzahl innerhalb von anderthalb Jahren mehr als verdoppelt und könnte inzwischen die CSU überholt haben. Auch die AfD wächst weiter, während sich bei der FDP nach dem Absturz ein kleiner Aufschwung abzeichnet. CDU und SPD bleiben zwar die größten Parteien Deutschlands, verlieren aber Jahr für Jahr Tausende Mitglieder.

Exakt vergleichen lassen sich die sieben großen Parteien zuletzt zum Stichtag 31. Dezember 2025. Für diesen Tag liegen gemeinsame und nach derselben Methode ausgewertete Zahlen vor, über die Parteienforschers Oskar Niedermayer berichtet.

Demanch stieg die gemeinsame Mitgliederzahl 2025 von 1.179.046 auf 1.276.133. Unter dem Strich kamen damit 97.087 Parteimitglieder hinzu – ein Plus von 8,23 Prozent. Den größten Sprung machte die Linke. Sie wuchs von 58.532 auf 123.558 Mitglieder und damit um 111,09 Prozent. Die AfD legte um 42,69 Prozent auf 73.249 Mitglieder zu, die Grünen um 18,33 Prozent auf 183.761. Die CSU verbuchte lediglich ein Plus von 0,33 Prozent und kam auf 125.564 Mitglieder.

AfD zählt 2026 bereits 75.000 Mitglieder

Auf der anderen Seite stehen CDU, SPD und FDP. Die CDU verlor 2,04 Prozent und fiel auf 356.769 Mitglieder. Die SPD schrumpfte um 2,43 Prozent auf 348.451, die FDP um 3,90 Prozent auf 64.781 Mitglieder.

Der Schwund von CDU und SPD hat auch demografische Gründe. Bei der SPD starben zwischen Anfang 2023 und Ende 2024 mehr als 14.000 Mitglieder. Auch die CDU erklärte, rund 40 Prozent ihrer Abgänge entfielen auf Todesfälle. Das Durchschnittsalter beträgt bei der SPD 62 Jahre und bei der CDU 61 Jahre. Bei der AfD liegt es bei 54 Jahren, bei den Grünen bei 49 und bei der Linken bei rund 39 Jahren.

Die seither veröffentlichten Einzelmeldungen im laufenden Jahr 2026 zeigen, dass sich die Verschiebung teilweise fortsetzt. Die Linke zählte laut ihrer im Juni veröffentlichten Mitgliederstatistik am 10. Juni 126.379 Mitglieder. Damit läge sie vor dem letzten vergleichbaren CSU-Wert. Sicher feststellen lässt sich der Überholvorgang nicht, weil die CSU keine aktuelle Zahl nach derselben Zählweise veröffentlicht hat.

AfD-Chefin Alice Weidel sprach Anfang Juli von 75.000 Mitgliedern. Die Grünen bewegten sich zuletzt weiterhin bei rund 183.000 Mitgliedern. Die CDU nannte Ende Juli lediglich einen Stand von „über 350.000“, von der SPD liegt für 2026 keine neue bundesweite Zahl vor. Die FDP meldete nach ihrem Bundesparteitag Ende Mai 780 Eintritte bei nur 80 Austritten. (rr)

Die Mitgliederverhältnisse verschieben sich. Symbolbild: IMAGO / Steinach
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles