SALURN. Ein Freibad in der Südtiroler Gemeinde Salurn hat eine eigene Schwimmzeit für Musliminnen angekündigt. Ab kommender Woche soll das Becken montags nach dem regulären Badebetrieb von 18.30 bis 19.30 Uhr ausschließlich Frauen aus der muslimischen Gemeinde offenstehen. Während dieser Stunde ist das Tragen eines Burkinis ausdrücklich erlaubt.
Der Pächter des Freibads, Luca Lechthaler, bezeichnete die Sonderöffnung als Beitrag zu mehr Inklusion. Auch andere Vereine könnten außerhalb der regulären Öffnungszeiten vergleichbare Angebote nutzen.
Politisch löste die Regelung allerdings Widerspruch aus. Die stellvertretende Lega-Chefin Silvia Sardone nannte die Initiative „absurd“. Sie fördere keine Integration, sondern Segregation. Die Trennung von Männern und Frauen und die ausdrückliche Erlaubnis des Burkinis institutionalisierten eine Abgrenzung zwischen Geschlechtern und Gemeinschaften.
Auch die Südtiroler Freiheitlichen kritisierten die Schwimmstunde. Derartige Regelungen förderten ein Frauenbild, das auf Unterdrückung, Verschleierung und Zwang beruhe, sagte Parteiobmann Roland Stauder. Er sprach von einem weiteren Zeichen gescheiterter Integrationspolitik.
Volkspartei begrüßt Burkini-Schwimmen
Verteidigung kam dagegen von der Südtiroler Volkspartei (SVP), der Schwester der österreichischen ÖVP. SVP-Senatorin Julia Unterberger. sprach von einer „Geste der Sensibilität und sozialen Inklusion“. Die Schwimmstunde ermögliche Frauen, die das Bad sonst wohl nicht besuchen würden, Sport zu treiben und öffentlichen Raum zu nutzen.
Salurns Bürgermeister Roland Lazzeri erklärte, der Pächter könne über solche Zusatzangebote eigenständig entscheiden. Die Sonderöffnung soll vorerst einmal pro Woche nach dem regulären Badebetrieb stattfinden. (rr)






