BERLIN. Die Bundesländer haben zu wenig Unterstützung vom Bund bei den Kosten für die Aufnahme von Migranten beklagt. Unter anderem forderte die Stadt Hamburg „eine deutliche Erhöhung der Bundesbeteiligung sowie deren anschließende Dynamisierung“, die „dringend notwendig ist“, heißt es in dem Flüchtlingskostenbericht des Bundesfinanzministeriums, der „Politico“ vorliegt.
Zudem wies Bayern darauf hin, „dass die Leistungen des Freistaates Bayern an die Kommunen für Unterbringung, Versorgung und Integration die Entlastungsmittel des Bundes erheblich übersteigen“.
Vor allem die Übernahme der Kosten der Kommunen für unbegleitete minderjährige Migranten soll für viele Länder hohe Ausgaben verursacht haben. Allein Nordrhein-Westfalen gab im vergangenen Jahr mit 667 Millionen Euro fast doppelt so viel für die Unterbringung und Versorgung ausländischer Kinder aus wie noch 2024.
Bund gibt weniger Geld für Migranten aus
Währenddessen gab der Bund laut dem Bericht im vergangenen Jahr für Leistungen im Kontext von Flucht und Migration 3,2 Milliarden Euro weniger aus (minus elf Prozent). Die Kosten fielen von 28 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 24,8 Milliarden Euro. Unter anderem beteiligte sich Berlin an den Flüchtlings- und Integrationskosten von Ländern und Kommunen.
Weiter stellte der Bund eine Pauschale pro Asylerstantrag in Höhe von 7.500 Euro bereit, die über eine Änderung der Umsatzsteuerverteilung gewährt wurde. Die Länder merkten jedoch an, dass ihre Ausgaben deutlich höher als die Umsatzsteuermittel seien, die ihnen durch die Pauschale zur Verfügung stünden.

Die Kosten erreichten den niedrigsten Stand seit 2021, der damals bei 21,7 Milliarden Euro lag. Der Flüchtlingskostenbericht soll in der kommenden Woche im Kabinett beschlossen werden.
Weniger Asylanträge für sinkende Unterstützung verantwortlich
Der Rückgang lasse sich vorwiegend auf die sinkende Zahl der Asylanträge zurückführen. Im Jahr 2025 beantragten laut Statistiken des Bundesamtes für Migration 168.543 Menschen in Deutschland Asyl, 113.236 in einem Erstantrag.
Im Vergleich zum Jahr 2024 sank die Zahl der Anträge von 229.751 um etwa ein Drittel. (mas)





