BERLIN. Der Tagungsraum im Auswärtigen Amt, in dem sich der Minister mit seinen Staatssekretären trifft, heißt nun wieder „Bismarckzimmer“. Das berichtet Nius unter Berufung auf ein dem Portal vorliegenden Foto vom Namensschild der Tür zu dem Raum. Außenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich bereits am Freitag in seinem Haus mit einem Portrait des Reichskanzlers Otto von Bismarck im Hintergrund.
Unklar ist, ob das dazugehörige Foto auch im „Bismarckzimmer“ oder in seinem Amtszimmer aufgenommen wurde. Das Gemälde ist nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT jedenfalls identisch mit demjenigen, das im „Bismarckzimmer“ hing. Bismarck hatte das Auwärtige Amt einst gegründet.
Die frühere Außenministerin Annalena Baerbock hatte das Portrait abhängen lassen und dem Zimmer den Namen „Saal der Deutschen Einheit“ gegeben. Nun hat ihr Nachfolger Johann Wadephul das offenbar wieder rückgängig gemacht – allerdings ohne dies öffentlich bekannt zu machen.
AfD beantragte Rückbenennung des „Bismarckzimmers“
Hintergrund könnte sein, dass damit doch noch ein Antrag der AfD-Fraktion umgesetzt wird, den diese am 11. September 2025 in den Bundestag eingebracht hatte. Er trug den Titel „Umbenennung des Bismarckzimmers im Auswärtigen Amt zurücknehmen“. Die Vorlage wurde vom Bundestag zur weiteren Beratung an den Auswärtigen Ausschuss verwiesen, wo er abgelehnt wurde.

Als die JUNGE FREIHEIT vor einem Jahr, kurz nach der Amtsübernahme durch Wadephul, beim Außenministerium nachgefragt hatte, ob es bei der Umbenennung bleibe, antwortete die Behörde: „Hierzu gibt es derzeit keine neue Entscheidung.“
Das Auswärtige Amt hatte im März auch einen Nius-Bericht dementiert, wonach die Rückbenennung des „Bismarckzimmers“ damals bereits stattgefunden habe: „Nein, das ist falsch. Der ,Saal der Deutschen Einheit‘ wurde nicht in ,Bismarckzimmer‘ rückbenannt.“ Nun also offenbar doch. Eine offizielle Bestätigung des Auswärtiges Amtes dafür gibt es allerdings bisher nicht. (fh)






