BELRIN. Täglich rund 80 Messerangriffe hat die Polizei 2025 registriert. Das geht aus der neuen Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Montag vorstellen wird. Insgesamt wurden etwa 29.000 Fälle erfasst.
Besonders häufig kommen Messer bei schweren Gewalttaten zum Einsatz. In rund vier von zehn Fällen von Mord und Totschlag verwenden die Täter eine Stichwaffe.
Etwa die Hälfte der erfassten Fälle entfällt auf klassische Gewaltkriminalität, ein ähnlich großer Anteil auf Bedrohungen. Viele dieser Taten ereignen sich im öffentlichen Raum. Die Gesamtkriminalität sinkt unterdessen auf dem Papier. Insgesamt registriert die Polizei 5,5 Millionen Straftaten, ein Minus von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund ist die Teillegalisierung von Cannabis im April 2024. Dadurch werden deutlich weniger Drogendelikte erfasst, was die Statistik spürbar entlastet. Die Aufklärungsquote liegt bei 57,9 Prozent.
Nicht nur Messer-Kriminalität steigt
Während die Gewaltkriminalität insgesamt leicht zurückgeht, steigen besonders schwere Taten deutlich an. Die Zahl der Morde und Totschläge stieg um 6,5 Prozent. Vergewaltigungen und besonders schwere sexuelle Übergriffe nehmen um 8,5 Prozent zu. Auch der sexuelle Missbrauch von Kindern steigt weiter. Im längerfristigen Vergleich verschärft sich das Bild. Seit 2019 ist die Gewaltkriminalität um mehr als 17 Prozent gestiegen. Bei schweren Sexualdelikten beträgt der Zuwachs über 50 Prozent.
Auffällig ist zudem die Entwicklung bei jungen Tätern. Die Jugendkriminalität sinkt insgesamt, doch bei Kindern steigt die Gewaltkriminalität erneut. Ein erheblicher Teil der Taten spielt sich im öffentlichen Raum ab.
Die Statistik zeigt laut Welt auch deutliche Unterschiede bei den Tatverdächtigen. Pro 100.000 Ausländer erfasst die Polizei 4.788 Tatverdächtige, bei Deutschen sind es 1.813 pro 100.000 Einwohner. Als Deutscher gilt jeder, der neben seiner ursprünglichen auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.
Nichtdeutsche treten damit deutlich häufiger als Tatverdächtige in Erscheinung. Im Bereich der Gewaltkriminalität fällt der Abstand noch größer aus. Hier registrieren die Behörden bei Ausländern viermal so viele Tatverdächtige wie bei Deutschen. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei jungen Männern. (rr)






