BERLIN. Der ARD-Moderator Georg Restle hat der AfD vorgeworfen, „ihre Stärke nach wie vor aus dem gewaltbereiten Rechtsextremismus der Straße“ zu ziehen. Zudem betonte er, der Gründungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verbiete es, über die AfD wie über jede andere Partei zu berichten. „Ich finde nicht, dass die Ideologie dieser Partei zur Vielfalt der Meinungen gehört, die wir gleichberechtigt darstellen sollten. Die rote Linie ist da, wo der Kern unserer Verfassungsordnung angegriffen wird“, sagte Restle gegenüber der Zeit.
Konkret betonte Restle: „Ich würde eine Björn Höcke selbst in einer Wahlberichterstattung nicht die gleiche Bühne geben wie anderen Parteien.“ Mit Blick auf andere parteiinterne Strömungen sagte der Moderator, er tue sich schwer, „einen gravierenden ideologischen Unterschied zwischen dem Lager Höcke und dem Lager Chrupalla zu erkennen“. Man dürfe auf diese „Strategie der Selbstverharmlosung“ nicht reinfallen.
Restle kritisiert die ARD
Zugleich kritisierte der 61jährige seinen Arbeitgeber für den Umgang mit der AfD. Seiner Ansicht nach habe sich zuletzt der Teil der Redaktion durchgesetzt, der für einen normalen Umgang mit der Rechtspartei wirbt. Er beklagte die „Zaghaftigkeit“ einiger Kollegen und sprach von einem „starken Gegenwind“, der Journalisten entgegenschlage, wenn sie die AfD kritisieren. „Das ist nichts für jeden“, unterstrich der Moderator.
Dass die Leitung der ARD unlängst beschlossen hat, die Sendezeit von „Monitor“ zu kürzen, nennt Restle einen „großen Fehler“. Durch die Diskussionen über Kosten und Effizienz, drohe das Bewusstsein, „was unser Auftrag als öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist“, in den Hintergrund zu geraten. Das könne auch zu gesellschaftspolitischen Problemen führen, ist Restle überzeugt. Denn: „Wer das Chaos, das wir alle auf der großen Weltbühne erleben, nur abbildet und nicht erklärt, verstärkt die Verunsicherung.“ (st)






