WASHINGTON/MOSKAU. Die US-Regierung hat wegen der durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Energiepreise vorübergehend Sanktionen gegen russische Ölexporte gelockert. Das US-Finanzministerium erteilte eine zeitlich begrenzte Lizenz, die den Verkauf von russischem Rohöl und Erdölprodukten erlaubt, die vor dem 12. März um 0.01 Uhr auf Tanker verladen wurden.
Die Ausnahmeregelung gilt bis zum 11. April. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, die Maßnahme solle „die globale Reichweite des bestehenden Vorrats erhöhen“.
Die Regelung sei „eng gefasst“ und „kurzfristig“. Russland werde daraus keinen „signifikanten finanziellen Vorteil“ ziehen, da ein Großteil der Energieeinnahmen über Steuern am Förderort erhoben werde. Hintergrund der Entscheidung ist die drastische Lage auf den internationalen Energiemärkten. Nach Beginn des Iran-Kriegs vor knapp zwei Wochen hatte Teheran die Straße von Hormus praktisch blockiert. Durch die Meerenge werden normalerweise etwa 20 Prozent des weltweit geförderten Erdöls transportiert – nach Angaben der Internationalen Energieagentur rund 20 Millionen Barrel täglich.
100 Millionen Barrel Öl vorerst betroffen
Experten zufolge befanden sich zuletzt etwa 125 Millionen Barrel russischen Öls bereits auf Tankern. Nach Angaben aus Moskau betrifft die US-Ausnahmegenehmigung rund 100 Millionen Barrel davon. Der russische Gesandte Kirill Dmitrijew erklärte auf Telegram, angesichts der Energiekrise seien weitere Lockerungen der Sanktionen unvermeidlich – trotz Widerstands einiger „Brüsseler Bürokraten“.
US-Präsident Donald Trump hatte bereits zu Wochenbeginn angekündigt, einzelne Energiesanktionen vorübergehend auszusetzen. „Wir haben Sanktionen gegen einige Länder verhängt“, sagte Trump. „Wir werden diese Sanktionen aufheben, bis die Straße von Hormus wieder offen ist.“ (rr)






