HAMBURG. Die CDU hat die Rücknahme der Cannabis-Legalisierung gefordert. Eine Anfrage der Hamburger CDU-Fraktion ergab, dass sieben Anbauvereinigungen im Jahr 2025 insgesamt nur 230 Kilogramm Cannabis an 1.718 Mitglieder weitergaben. Den Erträgen standen Personalkosten von über 820.000 Euro in Ämtern und Behörden gegenüber – allein in der Hansestadt. Die Gesundheitspolitikerin Christin Christ sprach von einem „offensichtlichen Missverhältnis zwischen Aufwand und Wirkung“.
Laut dem ersten Zwischenbericht des Forschungsverbundes EKOCAN deckten die Vereine weniger als 0,1 Prozent des gesamtdeutschen Bedarfs von 743 Tonnen im Jahr 2024 (JF berichtete). Der wissenschaftliche Koordinator Jakob Manthey betonte, dass die aktuellen Rahmenbedingungen eine Verdrängung des Schwarzmarktes unmöglich machten. Gleichzeitig sank zwar die Zahl der Cannabis-Straftaten um 100.000, doch die Besitzgrenzen von 25 Gramm in der Öffentlichkeit und 50 Gramm zu Hause werden in der Praxis kaum kontrolliert.
Cannabislegalisierung „schnellstmöglich“ wieder rückgängig machen
Die Hamburger Polizei bestätigte, dass der legale Anbau den Bedarf der Konsumenten bei Weitem nicht decken könne. Polizeipräsident Falk Schnabel sagte, dass der private Anbau und die Anbauvereinigungen nicht in der Lage seien, den tatsächlichen Bedarf zu gewährleisten. Die Besitzgrenzen stoßen bei vielen Polizisten auf Kritik, da sie als zu hoch angesehen werden.
Die Hamburger CDU sieht in den Zahlen den Beweis für das Scheitern des Gesetzes. „Der Schwarzmarkt besteht weiter, während gleichzeitig erheblicher Verwaltungsaufwand auf Kosten der Steuerzahler entsteht“, kritisierte Christ. Daher müsse die Legalisierung „schnellstmöglich wieder rückgängig gemacht werden“.
Auch die AfD fordert eine Rücknahme der Teillegalisierung. Eine Zusammenarbeit der zwei Parteien wird im Land und Bund jedoch von der CDU ausgeschlossen. Der Evaluationsbericht kommt zu dem Schluss, dass ohne grundlegende Reformen der Anbauvereinigungen keine Besserung zu erwarten ist. (sv)





