BURGPREPPACH. Stefan Niehoff ist tot. Der 65jährige starb am Sonnabend in einem Krankenhaus an den Folgen eines Schlaganfalls. Zuvor hatte er bereits mehrere Wochen im Koma gelegen. Zuerst hatte Nius berichtet. Der ehemalige Bundeswehr-Feldwebel war 2024 deutschlandweit bekannt geworden, nachdem die Polizei sein Haus wegen eines Memes über den damaligen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) durchsuchte.
Niehoff hatte zuvor eine Kachel verbreitet, in der Habeck satirisch unter Bezugnahme auf die Haarkosmetik-Marke „Schwarzkopf Professional“ als „Schwachkopf“ bezeichnet wurde. Der Grünen-Politiker stellte selbst Strafantrag gegen den Rentner. Zuvor hatten sich unter anderem die Meldestelle „HessenGegenHetze“ des hessischen Innenministeriums, die Zentrale Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet des Bundeskriminalamtes sowie das bayerische Landeskriminalamt mit dem satirischen Bildchen beschäftigt.
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Er hinterläßt Frau und Tochter
Der Fall und die Hausdurchsuchung entfachten eine bis heute anhaltende Debatte um den Politikerbeleidigungs-Paragraphen 188 und den Zustand der Meinungsfreiheit. Nachdem die Kritik am Vorgehen gegen den Rentner immer lauter wurde erweiterte die Staatsanwaltschaft nachträglich die Anklage um den „Anfangsverdacht einer Volksverhetzung“. Niehoff hatte mehrere Bilder gepostet, die die Lage von Juden im Dritten Reich mit Regierungskritikern heute verglichen.
Da einige Bilder Hakenkreuze enthielten, wurde er dafür vom Amtsgericht Haßfurt wegen der Verwendung von Kennzeichen terroristischer oder verfassungsfeindlicher Organisationen zu einer Geldstrafe von 55 Tagessätzen à 15 Euro verurteilt (JF berichtete). Gegen das Urteil ging Niehoff in Berufung. Das Verfahren wegen des Schwachkopf-Memes wurde zuvor eingestellt. Leser der JUNGEN FREIHEIT hatten für seine Verteidigung mehr als 40.000 Euro gespendet.
Niehoff hinterläßt eine Frau und eine Tochter.





