Beim Gedanken an den Ersten Weltkrieg tauchen vor dem geistigen Auge die Schlachtfelder und Soldaten in schwarz-weiß auf. Die Filmaufnahmen aus den Jahren 1914 bis 1918 prägen die Vorstellung von der damaligen Zeit und lassen so die Vergangenheit entsprechend farblos erscheinen. Der neuseeländische Regisseur Peter Jackson („Herr der Ringe“) hat nun mit „They Shall Not Grow Old“ (dt. „Sie sollen nicht alt werden“) Aufnahmen des großen Krieges neu koloriert und in 3D-Technik auf die Leinwand gebracht.
Nachdem der eineinhalbstündige Film bereits vergangenes Jahr in Großbritannien seine Premiere hatte, ist er ab dem 27. Juni auch in deutschen Kinos zu sehen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Leben der einfachen, zumeist britischen Soldaten, was dem verwerteten Material geschuldet ist. Deutsche Soldaten kommen praktisch nur als Kriegsgefangene vor.
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Statt eines Sprechers, der die gezeigten Bilder erläutert, setzt der Regisseur, dessen Großvater selbst im Ersten Weltkrieg kämpfte, auf Interviews mit den Veteranen. Dabei handelt es sich um Gespräche, die die BBC Anfang der 1960er Jahre aufgenommen hatte. Auch Tagebücher und Feldpostbriefe der Soldaten geben einen Eindruck von den Erlebnissen an und hinter der Front.
„They Shall Not Grow Old“ ist keine historische Dokumentation im klassischen Sinne. Aber er kann die Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg farbiger und damit im Gedächtnis der nachfolgenden Generationen präsenter werden lassen. (ag)
They Shall Not Grow Old, deutscher Kinostart 27. Juni 2019.