Peking wertet Yuan ab

Neue Runde im USA-China-Konflikt: Droht ein Währungskrieg?

Seit 2014 hat China etwa eine Milliarde Dollar seines damaligen Devisenschatzes in Höhe von vier Milliarden Dollar im Ausland veräußert: für strategische Firmenkäufe, Immobilien, politisch gewollte Milliardenkredite an Entwicklungsländer von Pakistan bis Montenegro im Namen der „neuen Seidenstraße“, und nicht zuletzt dank des massiven Kapitalschmuggels von Privaten, die der Diktatur der Kommunistischen Partei nicht trauen.

Das von der Pekinger Führung gewünschte Ergebnis: Chinas Zentralbank konnte den Wechselkurs auf 7 Yuan je Dollar festsetzen, so niedrig wie seit elfeinhalb Jahren nicht mehr, dem Beginn der US-Bankenkrise. Eine solche Abwertung hat den Vorteil, Importe zu verteuern, Exporte zu verbilligen – und damit US-Strafzölle zu unterlaufen.

Deutschland ist als Exportnation besonders betroffen

Sie erhöht damit den globalen Handelsüberschuß. Da es sich bei chinesischen Exporten um Industriegüter handelt, werden in gleichem Maße Industriearbeitsplätze in den Partnerländern vernichtet. Denn auch deutsche und europäische Exporte nach China werden verteuert und Chinaimporte hierzulande verbilligt. Berlins De-Industrialisierungspolitik wird damit als Kollateralschaden beschleunigt. Bekanntlich hängen rund 40 Prozent der deutschen Wertschöpfung vom Export ab, bei der Autoindustrie sind es sogar 75 Prozent.

Ab 1. September gelten zehnprozentige US-Sonderzölle auf weitere China-Importe in Höhe von 300 Milliarden Dollar. Von Spielzeug bis iPhones sind damit alle China-Importe in die USA abgedeckt. Im Gegenzug hatte China wegen seiner hohen bilateralen Handelsüberschüsse geringere Vergeltungsmöglichkeiten: Flugzeuge von Boeing, Autos von General Motors, Apple-Geräte und Sojabohnen, das war‘s auch schon. Deshalb jetzt der Griff zur Währungswaffe.

Trump bezeichnete China immer schon als Währungsmanipulator

US-Präsident Donald Trump, der China schon immer als Währungsmanipulator denunziert hat, hat wenig überraschend Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Schon bei der Wirtschaftskrise von 1929 hat die Welt die verheerenden Folgen gegenseitiger Abwertungen erfahren, die den Welthandel mit den bekannten Folgen für den Weltfrieden ruinierten.

Kein Wunder, daß die Börsenkurse jetzt weltweit purzeln. Europäer und Japaner können in diesem Spiel freilich nicht mitspielen. Die Europäische Zentralbank und Japans Nationalbank haben mit ihrer jahrelangen unverantwortlichen Nullzinspolitik bereits sattsam Währungsdumping betrieben und ihr Pulver dabei restlos verschossen.

Währungskrieg: Europäer und Japaner können in diesem Spiel nicht mitspielen Foto: picture alliance / blickwinkel

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