Thilo Sarrazin
Thilo Sarrazin Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com
Papiergeld

Sarrazin hält Bargeld-Debatte für Ablenkungsmanöver

BERLIN. Der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hat die geplante 5.000-Euro-Grenze für Bargeldzahlungen scharf kritisiert. Das Vorhaben der Bundesregierung sei keine sinnvolle Eindämmung von Kriminalität, sondern ein Versuch, von den Kosten der Asylkrise abzulenken.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will Barzahlungen auf maximal 5.000 Euro begrenzen, was auch in den Reihen der Schwesterpartei CSU beanstandet wird: „Immer alles mit Verboten und Bürokratie zu lösen, ist der falsche Weg. Bargeld gehört zu unserem Wirtschaftssystem“, sagte Bayerns Finanzminister Markus Söder gegenüber der Bild.

Warnung vor „totaler Überwachung“

Sarrazin kritisierte vor allem den aus seiner Sicht fragwürdigen Nutzen dieser neuen Obergrenze. Es gebe keine Belege, daß so Schwarzarbeit, Kriminalität oder Terrorismus behindert würden. Vielmehr wolle die Regierung „von anderen Fragen ablenken, zum Beispiel, woher ab 2017 die jährlich 30 bis 50 Milliarden Euro kommen sollen, die uns das Flüchtlingsthema kosten wird“, vermutete Sarrazin.

Eine Warnung kam auch vom Wormser Ökonomen Max Otte. Mit der neuen Obergrenze sei ein weiterer Schritt in Richtung Bargeld-Abschaffung eingeschlagen. Dies laufe letztlich auf eine „totale Überwachung“ durch den Staat hinaus. (mv)

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