Aktuelle Ausgabe des „Spiegel“ mit AfD-Chefin Frauke Petry Foto: JF
Meinung

Keiner hetzt häßlicher

Dem Spiegel sind seine vielen Hitler-Titel wohl zur Manie geworden. Einmal im Vierteljahr ein Führer-Foto auf der Frontseite zur Stabilisierung der schrumpfenden Auflage, daran hat man sich bei der „Bild-Zeitung für Intellektuelle“ ja schon gewöhnt. Da kann man zur Abwechslung ja auch mal AfD-Chefin Frauke Petry in Nazi-Optik in die Pfanne hauen. Keiner hetzt schließlich häßlicher als das Stürmer-Geschütz des politisch korrekten Agitprop.

Um so ein Titelbild zusammenzubasteln, muß man schon pathologisch NS-besessen sein: Frauke Petry in einem Blickwinkel aufgenommen, der wohl an Breker-Statuen erinnern soll, neben ihr Alexander Gauland als Stellvertreter, hinter ihnen eine graue Masse mit Fahnen, die an sich schwarz-rot-gold wären: Wahrscheinlich auf irgendeiner Pegida-Demo aufgenommen, aber in Reichsparteitags-Ästhetik inszeniert, die auch das in den Hintergrund montierte neoklassizistische Säulen-Gewuchte heraufbeschwören soll. So platt und perfide kann Propaganda sein.

Neuer Tiefpunkt

Die Totschlage-Vokabel „Haßprediger“, die andersdenkenden Widerspruch mit der Keule erledigen soll, fällt auf die Fabrizierer dieses Machwerks selbst zurück. Im Heftinneren folgt darauf nämlich eine dünne Denunziations-Titelgeschichte nach bekannter Spiegel-Machart: Wenig Fakten, keine Gewährsleute, dafür viel selbstgerechtes Geraune aus der eigenen Dampfküche, das dreist als Argument und Tatsache ausgegeben wird.

Die haustypische zynische NS-Verharmlosung aus der Hamburger Agitprop-Zentrale hat mit diesem Hefttitel einen neuen Tiefpunkt auf der nach unten offenen Spiegel-Niveauskala erreicht. Wer Petry und Gauland als Hitler-Wiedergänger dämonisiert, der glaubt wahrscheinlich auch, daß die millionenfache Flutung mit illegalen Einwanderern ein schicksalsergeben zu bejubelndes Naturereignis wäre.

Ja, das glauben die wirklich und stellen jeden, der nicht mitjubeln will, erst mal in die Nazi-Ecke. Da müssen einige Hosenbeine ja mächtig am Flattern sein, wenn die medialen Paladine einer närrisch gewordenen politischen Klasse auf so groteske Weise durchdrehen wie die Spiegel-Redakteure in dieser Karnevals-Ausgabe.

Aktuelle Ausgabe des „Spiegel“ mit AfD-Chefin Frauke Petry Foto: JF

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