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EZB-Chef Mario Draghi
EZB-Chef Mario Draghi: Kritik an seinen Plänen Foto: dpa

Kritik an geplanten Ramschkäufen der EZB
 

Kritik an geplanten Ramschkäufen der EZB

BERLIN. Die Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB), Ramschpapiere aus Griechenland und Zypern anzukaufen, sind auf Kritik gestoßen. Der Wunsch von EZB-Chef Mario Draghi nach Staatsgarantien für den Ankauf von verbrieften Kreditforderungen sei „generell abzulehnen“, sagte CDU-Chefhaushälter Norbert Barthle dem Handelsblatt.

„Wenn es denn unbedingt ein Ankaufprogramm von Verbriefungsprodukten geben soll, sollte sich dieses auf Papiere mit der höchsten Qualität, senior tranches, beschränken“, betonte Barthle. Auch aus Reihen der FDP deutet sich Widerstand an. „Wir müssen übermäßige Risiken weiter vermeiden“, sagte der EU-Abgeordnete Michael Theurer.

Hürden für den Ankauf werden abgesenkt

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Hans-Olaf Henkel erhob schwere Vorwürfe gegen Draghi: „Statt ein Übergreifen des durch besonders hohe Staats- und Bankschulden im Süden und in Frankreich ausgelösten Brandes auf Deutschland zu verhindern, sorgt die EZB nun für Funkenflug in Richtung Deutschland“, warnte er gegenüber dem Handelsblatt. „Denn wer sonst als die Deutschen übernehmen das Risiko dieser Papiere, die nicht umsonst unter Finanzexperten als Ramsch bezeichnet werden.“

Hintergrund sind sogenannte Asset-Backed Securities (ABS). Bei diesen gebündelten Krediten galten bisher hohe Hürden beim Kauf durch die EZB. Diese sollen nun offenbar aufgeweicht werden, damit auch Papiere aus Griechenland und Zypern aufgekauft werden, die kaum mit Sicherheiten hinterlegt sind. (ho)

EZB-Chef Mario Draghi: Kritik an seinen Plänen Foto: dpa
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