Einäugige Kleiderordnung

Das Sortiment der Firma Mediatex kann als Bedienung völkischer Symbolik in Farbgebung und Schrifttyp — etwa durch das Verwenden von Tarnfarben und -mustern oder gedruckten Schriftzügen in Runenschrift — verstanden werden. Auch gibt es Bekleidungsstücke mit militärischen Reminiszenzen“, heißt es im Verfassungsschutzbericht Brandenburg. Besucher und Bedienstete des Bundestags dürfen daher keine Kleidung der Marke Thor Steinar mehr tragen. Das könne die „Würde des Hauses“ verletzten, so Christian Hoose, Chef des Pressereferats. Die Begründung ist rein gesinnungsethisch; um strafbare Symbole geht es nicht. Konkret schaden tun die umstrittenen Kleider niemandem. Anders sieht das bei Pelzkleidung aus. Allein in Frankreich werden für die Pelzgewinnung 70 Millionen Hasen in Miniboxen gehalten. Der Ammoniakgeruch reize die Augen, streßbedingte Verhaltensstörungen seien die Regel, berichtet die Tierschutzorganisation Peta. Aufnahmen von Schlachtungen zeigen zappelnde Tiere mit aufgeschlitztem Hals am Haken hängend. Die Zustände in China sind nicht besser. Abstoßende Aufnahmen liefert Peta von jenem Pelzproduzenten, bei dem Armani-Kürschner einkauften. Etwa 70 Hasen seien für einen Pelzmantel nötig. Dabei gibt es Alternativen. Wenn man schon anfängt, die Garderobe ethisch zu sortieren, könnte man auch Pelzmarken verbannen. Denn hier geht es um mit konkretem Tierleid verbundene Produktionsmethoden. Die Abgeordneten könnten Feingefühl demonstrieren und Pelzträgern die Türe weisen. Denn es müßte einem hohen Hause doch unwürdig sein, wenn in ihm mit grobschlächtiger Bekleidung herumgelaufen wird. Oder sind die Berliner Sittenwächter auf einem Auge blind?

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