Superwahljahr

 

Schnittgemengte Wachstumsprognosen

Die OECD hat ihre deutsche Wachstumsprognose für das Jahr 2005 von 1,2 auf 1,0 Prozent gesenkt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht das diesjährige deutsche Wachstum sogar nur noch bei 0,8 Prozent. Für das nächste Jahr nimmt der IWF seine anfängliche Prognose für das deutsche Wachstum von 1,9 auf 1,2 Prozent zurück. Noch pessimistischer ist das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Es sieht das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bei gerade 0,7 Prozent und das kommende bei 1,1 Prozent. Die meisten Wirtschaftsforscher begründen die Verkleinerung ihrer Prognosewerte hauptsächlich mit dem hohen Ölpreis. Die Zusatzkosten bei Produktion, Vertrieb und Handel müssen auf den alten Preis aufgeschlagen werden. Den höheren Preis können aber immer weniger Kunden bezahlen. Die Folge: begrenzte Möglichkeiten, die Umsätze zu steigern, und so geringes Wirtschaftswachstum. Es mehren sich aber auch die Stimmen, die aufgrund des Wahlergebnisses eine Verringerung der Reformanstrengungen befürchten. Nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kann ein umfassendes Reformkonzept am besten von einer großen Koalition umgesetzt werden. Dagegen ziehen nach einer Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU) 50 Prozent aller Unternehmer die „Jamaika-Koalition“ aus CDU/CSU, FDP und Grünen vor. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hält sich mit Koalitionsvorschlägen zurück. Es sieht bei allen Parteien außer der PDS „genügend Schnittmengen“ für eine Regierungsbildung. Die Qualität der Schnittmenge ist jedoch dürftig. Das Ergebnis der Schnipselei ist die Aussicht auf „Reförmchen“. Zuwenig, um das Wachstum zu stimulieren.

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