Bloß Kupfer oder doch Chemie?

Wer glaubt, die Biolandwirtschaft könne man als eine eingeschworene Gemeinde betrachten, irrt sich. Wie in anderen Bereichen auch, kämpfen hier sogenannte Fundis gegen Liberale – mit oft unüberbrückbaren Gegensätzen. So ist noch immer nicht ausreichend geklärt, ob der Einsatz von Kupfer zur Bekämpfung von Pilzerkrankungen richtig ist. Für die Fundis ist Kupfer ein Schwermetall, das man auf keinen Fall auf die Felder ausbringen darf. Andere Biobauern hingegen sehen darin ein natürliches Mittel, das nur bei starkem Einsatz den Boden verseucht. Um das zu verhindern, gibt es strenge Auflagen. So darf zum Beispiel beim Wein- oder Kartoffelanbau nicht mehr als drei Kilogramm per Hektar ausgebracht werden, obwohl das Pflanzenschutzgesetz mehr zuläßt. Einige Pilzerkrankungen sind aber auch gegen Kupfer resistent, so daß es entweder zu hohen Ernteausfällen kommt oder die Toxine der Pilze den Menschen durch die Nahrung vergiften – ein Effekt, den man tatsächlich nicht von „sauberen“ Lebensmitteln erwarten sollte. Offenbar gibt es hier keinen goldenen Mittelweg.

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