Globalisierungsgegner

Jugendliches Aufbegehren gab es 1968. Das lag vor allem daran, daß die entsprechenden Jahrgänge stark waren und die wirtschaftliche Situation ihnen genug Freiraum gab. Inhaltlich spielte der Neomarxismus eine große Rolle und riß sogar die zunächst bürgerliche Umweltbewegung 1980/81 mit sich. Heute stellen die Jugendlichen nur noch einen relativ geringen Anteil in der Bevölkerung, die wirtschaftliche Situation ist unterdessen zu ernst für die Konstruktion utopischer Welten. Das Bedürfnis nach Aufbegehren aber ist geblieben. Deutlich wurde das kürzlich bei der Konferenz „Mc.Planet.com“, die von der BUND-Jugend, Attac, Greenpeace und anderen veranstaltet wurde. Thema dieser bewegten Jugendlichen ist die Globalisierung, mit der die Wirtschaft floriere – aber zu Lasten von Umwelt und Menschenrechten. Ohne Globalisierung der Wirtschaft aber hätten ärmere Staaten gar keine Chance auf eine ökonomische Entwicklung. Die sogenannten Tigerstaaten haben ihre Chance genutzt. Wenn das anderen Staaten nicht gelingt, so muß das nicht an Großkonzernen liegen. Gleichwohl bedeutet eine ökonomische Prosperität von bislang unterentwickelten Ländern einen höheren Ressourcenverbrauch. Ökologisch konsequent wäre es, ärmere Länder in ihrer Armut zu belassen – aber geholfen wäre damit niemandem. Doch eine einfache Lösung gibt es nicht. Die Globalisierungsgegner machen es sich etwas zu einfach, dafür aber kommt bei ihnen Aufbruchstimmung auf. Gewiß ist selten etwas nur falsch, und so stimmt es auch, daß Großkonzerne gerne in Europa genmanipuliertes Getreide auf den Markt bringen wollen. Wenn das hier nicht gewünscht wird, ist das eine Aufgabe politischer Rahmensetzung.

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