AfD Alternative für Deutschland Wahlkampagne

 

Von deutschem Selbsthaß

Es bedarf keiner näheren Erläuterung, daß es Haß im heutigen Deutschland gibt und dieses Phänomen nicht etwa verschwunden ist am 8. Mai 1945 oder Mitte der sechziger Jahre mit dem Anbruch jener Epoche, die als das halbe Jahrhundert einer sozialliberal-christdemokratisch-grünlinken Fast-Allparteienregierung in die Geschichte eingehen wird. Der Haß gegen die traditionellen und aus unterschiedlichen Gründen als Sündenbock und Feindbild gut geeigneten Minderheiten (Juden, Zigeuner, Homosexuelle, „Asoziale“ usw.) wie gegen diverse äußere „Erbfeinde“ hat abgenommen, ohne deshalb verschwunden zu sein. Aber anscheinend bleibt die Summe des Hasses gleich. Mit abgrundtiefer Wut wird von einer zumindest sehr großen Minderheit der Deutschen, die sich öffentlich stets als moralische Mehrheit und „die Anständigen“ geriert, alles verfolgt, was abweichend ist vom antinationalen Multikulti-Grundkonsens, wobei beim „Kampf gegen Rechts“ in einem Aufwasch tatsächliche Neonazis, die demokratische Rechte und die dissidentische, weil patriotische Linke in einem nicht immer nur metaphorischen Sinn zum Abschuß freigegeben werden. Parolen wie „Nie wieder Deutschland“ gehören hierher, die von sogenannten „Antideutschen“ herumgetragen und herausgegrölt werden, aber auch jenes „Deutschland verrecke“, das das nazistische „Juda verrecke“ nicht einfach nur kopiert, sondern seinen gemeinsamen Ursprung offenbart im größenwahnsinnigen Vernichtungswillen eines Angeblich-Fremden, das nicht als Eigenes erkannt wird. Denn so wie die Nazis die deutschen Juden nicht als Deutsche sahen, so halten die Antideutschen Deutschland für das ihnen Fremde und Feindliche, für das metaphysische Übel, dessen Beseitigung die Welt verbessert. Natürlich sind auch die Antideutschen, ob sie es wollen oder nicht, Deutsche, die nicht aus ihrer Haut herauskommen und gerade durch ihren Feldzug sich immer tiefer in der deutschen Geschichte und dem komplizierten deutschen Volkscharakter verstricken. Auch die Nationalsozialisten, die die Juden aus dem angeblichen Volkskörper blutig herausoperieren wollten, schnitten sich ins eigene Fleisch, denn die deutschen Juden waren (von den wenigen abgesehen, die als glühende Zionisten schon um 1930 auf gepackten Koffern saßen und selbst keine Deutschen sein wollten) teils ganz gewöhnliche Deutsche mit jüdischer Abstammung und Erinnerungen ans Judentum, teils ein seit ein paar Jahrhunderten zu den mehr oder weniger germanischen Stämmen hinzugekommener weiterer deutscher Stamm. Insofern war der Judenhaß der NS-Verbrecher tatsächlich Selbsthaß, unbewußter Haß gegen Eigenes, also Teil der politisch-psychologischen Pathologie, eine historisch verursachte, aber deshalb weder unheilbare noch zwangsläufig so verheerende mental-emotionale Autoimmunerkrankung, bei der das Eigene als Fremdes mißdeutet und selbstzerstörerisch attackiert wird. Selbsthaß, unbewußter Haß gegen Eigenes, ist Teil der politisch-psychologischen Pathologie: eine historisch verursachte, mental-emotionale Autoimmunerkrankung, bei der das Eigene als Fremdes mißdeutet und selbstzerstörerisch attackiert wird. Haben wir hier schon reichlich Haß, Hasser und Haßobjekte, so finden wir mehr als ein paar absonderliche Sektierer, wenn wir zu der Frage kommen, ob und in welchen Segmenten unseres Volkes es offen erklärten Haß auf sich selbst, auf das eigene Volk, das eigene Land gibt. Denn die offenkundige und bewußt zelebrierte emotionale Selbstzerstörung ist nur ein Teil des Gesamtproblems und beileibe nicht sein wichtigster. Eher handelt es sich hierbei um die Spitze eines Eisbergs, dessen Hauptmasse dem Blick entzogen und darum um so bedrohlicher bleibt. Blicken wir also unter die Wasserlinie. Zunächst einmal stoßen wir hier auf die massiven blinden Flecke eines Massenphänomens, des Gutmenschentums, also jener, die das Gute zu wollen meinen und in Wirklichkeit die Welt verwüsten. Zwei ideologische Stränge durchziehen das Bewußtsein dieser Gutmenschen: der Pseudo-Antifaschismus und der Pseudo-Internationalismus. Man hält sich für antifaschistisch und glaubt sich selbst die fromme Legende, man hätte, wenn man nur damals gelebt hätte, reihenweise Juden gerettet und Nazis besiegt. Da einem dies aber leider leider nicht vergönnt war, muß man eben nachträglich den Faschismus begreifen (er entsteht natürlich aus dem deutschen Volkscharakter: nach oben buckelnd, nach unten tretend) und besiegen (indem man alle, denen man das Schild „Rechter“ umhängt, zu Nazis ernennt und sie buchstäblich oder doch zumindest verbal niederknüppelt). Genau dem Klischee bzw. Zerrbild des Deutschen entsprechend buckeln die Gutmenschen einerseits gegenüber der herrschenden Meinung und den Herrschenden und treten andererseits deren Feinde nieder. Ihr bewußtloses Selbstbewußtsein, ihre dumm-bösartige Selbstüberhebung wird noch dadurch gesteigert, daß sie sich für Internationalisten halten, weil sie dem Volk aufbürden, unerbetene und oft illegale „Gäste“ in großer Zahl durchzufüttern, die noch dazu allzuoft ihre eigenen Gesetze – die Scharia, albanische Ehrenkodexe, polnische oder russische Ghetto-Maximen – und ihre Gegen-Macht brutal durchzudrücken versuchen. Diese Gutmenschen sind zwar viele, dennoch sind auch sie nur eine (große) Minderheit im heutigen Deutschland. Doch sozusagen in ihrem Kielwasser bewegt sich jene augenblickliche Mehrheit der Deutschen, denen ihr eigener Selbsthaß und ihre Selbstzerstörung völlig unbewußt sind, die sich selbst für kritisch, selbstbewußt und weltoffen halten. An ihrer Zimmerwand hängt vielleicht sogar noch leicht vergilbt jenes SPD-Wahlplakat von 1972: „Deutsche – wir können stolz sein auf unser Land – wählt Willy Brandt!“ Sie denken, daß sie das Land mögen und das Beste für es tun, aber sie dulden, daß der politische Islam sich auf deutschem Boden entfalten kann und über vorwärtsrollende Kinderwagen, Missionserfolge (nicht nur unter frisch verhüllten deutschen Ehefrauen), Feigheit der Nicht-Muslime und Verrat der professionellen Islam-Versteher langfristig die Macht zu erobern droht. Diese augenblickliche Mehrheit der Deutschen würde den Vorwurf der Inländerfeindlichkeit und des Selbsthasses empört zurückweisen. Sie behauptet von sich, man habe ja nichts gegen die Deutschen, denn irgendwie sei man ja auch deutsch, aber natürlich sei man zuallererst ein Europäer und ein Weltbürger. Wer aber neue Wege geht, wer ungewohnte Differenzierungen verlangt (ob wie Ralph Giordano im Hinblick auf neue Großmoscheen oder wie Gerd Schultze-Rhonhof in der Kriegsursachenerforschung oder wie Martin Walser in Sachen des Mißbrauchs von Auschwitz zu tagespolitischen Zwecken), wer Verbrecher Verbrecher nennt oder unterdrückte Nachrichten veröffentlicht wie die Netzseite „Politically Incorrect“, wer für ein anderes besseres Deutschland, für Deutschland als souveräne Friedensmacht kämpft – der wird vom halbintellektuellen Pöbel an den Pranger gestellt und niedergemacht. Hermann Görings Satz „Wer Jude ist, bestimme ich“ hat bei diesen Leuten eine zeitgemäße Fortführung gefunden: Erstens bestimmen wir, wer Nazi ist, zweitens ist, wer nicht für uns ist, automatisch ein Nazi. Warum aber entstehen solche Haltungen? Es ist immer ein Geflecht von Ursachen, das hier zum Tragen kommt. Erstens bestimmen Motive des Opportunismus, der Anpassung stets die Masse der Menschen. Vergleichbar ihrem Gegenstück auf der russisch besetzten Seite, der „antifaschistisch-demokratischen Umgestaltung“, behauptete nach dem Zweiten Weltkrieg die re-education, die amerikanische Umerziehung, lediglich die guten, schönen und edlen Werte der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu vermitteln. Aber in Wirklichkeit ging es darum, Deutschland mental-ideologisch unter die Kontrolle des amerikanischen Oberherrn und damit unter die Kontrolle unkontrollierbarer kleiner Machtzirkel aus Hochfinanz und Polit-Aristokratie zu bringen. Dazu mußte man den Deutschen als Ergebnis des Dreißigjährigen Kriegs seit 1914 ihre nationale Identität, ihr Selbstbewußtsein, ihre Erinnerung an eigene Größe und Selbstbestimmung nehmen. Man mußte ihnen einen pseudoreligiös verabsolutierten Schuldkomplex einimpfen, sie zu permanenter Selbst­infragestellung und Selbstverneinung konditionieren. Bei einigen gelang dies, andere – die Karrieristen und Wendehälse – taten so, als sei bei ihnen die Gehirntransplantation gelungen und verinnerlichten nach und nach die neuen Sprachregelungen und Polit-Rituale. Sie erzogen die nachwachsenden Generationen in diesem neuen Ungeist, der zwar demokratiegeneigter als der alte war, aber letzten Endes nur die uniforme Gewaltdiktatur der Nazis durch eine mehrfarbige, aber doch stromlinienförmige formiert-chloroformierte sanfte Diktatur der Politikerkaste und ihrer Ersatzreligion One-World-Multikulturalismus ersetzte. Es geht darum, auf geistig-politischer Basis die große vielfältige und widersprüchliche, aber dennoch unüberwindliche Einheit aller Deutschen aus allen politischen Lagern, religiösen Bekenntnissen, sozialen Schichten und ethnischen Herkünften zu erreichen. Das zweite zentrale Grundmotiv ist die menschliche Grundstruktur, bei der stets den Selbsterhaltungskräften als Gegenspieler jene Selbstzerstörungskraft gegenübersteht, die Freud als „Destrudo“ oder „Todestrieb“ dem Wechselspiel von Eros und Thanatos zuordnet. Im Idealfall entsteht hier eine Balance, die ein Überborden des Selbsterhaltungstriebes, also ein Sich-Behaupten um jeden Preis bzw. ein Überleben auf Kosten aller anderen, verhindert. Kompliziert wird diese Konstellation allerdings dadurch, daß im Seelischen viel Mimikry und Verstellung herrscht, die Dinge nicht sauber getrennt und exakt etikettiert sind. So kann es leicht sein, daß wie im Hitlerschen Rußlandfeldzug mehr als zweifelhaft bleibt, ob hinter der zur Schau gestellten überstarken Selbstbehauptung der rassereinen Übermenschen und ihrer Lebensraumeroberung nicht die Fratze einer Sehnsucht nach Vernichtung und Untergang auftaucht. Was ist zu tun? Unsere Aufgabe ist zunächst einmal die Bestandsaufnahme, die Analyse des Faktischen: Welche Gruppe bzw. welche Multiplikatoren vertreten welche Varianten des Selbsthasses, wer ist für Überzeugungsänderung empfänglich, wer ist unbelehrbar (muß also isoliert und neutralisiert werden), welche Gegenkräfte gibt es? Danach geht es darum, eine Gegenstrategie zu entwickeln, Verbündete zu suchen, eine handlungsfähige Koalition zu schmieden. Dabei ist es immer vorrangig, das nationale Selbstbewußtsein zu stärken und die patriotischen Kräfte zu organisieren. Nur so ist im übrigen auch eine Basis dafür gegeben, die zweitrangigen Dinge anzupacken – etwa aus dem Block der Antinationalen jene herauszubrechen, die diesem weniger fest verbunden sind. In diesem Prozeß geht es darum, die Souveränisierung Deutschlands voranzutreiben, alle Restbestände der 1945/46 verfügten Souveränitätsbeschränkungen zu beseitigen und die leichtfertig in den letzten Jahren von Bonner bzw. Berliner Regierenden aufgegebenen Souveränitätsrechte von Brüssel zurückzufordern. Es geht darum, das ganze Deutschland im Bewußtsein der Deutschen zu verankern als eine starke Friedensmacht, die im Einvernehmen mit den beiden großen Nachbarn Frankreich und Rußland ihre Interessen gewaltfrei, aber mit Entschiedenheit verficht. Im Innern geht es darum, den Vormarsch des politischen Islam zu stoppen, die Islamisten auszuweisen, die Ghettos aufzulösen und den Primat der europäischen Werte, der deutschen Sprache und der deutschen Kultur in allen Stadtvierteln, Schulen und Universitäten wiederherzustellen. Es geht darum, die große vielfältige und widersprüchliche, aber dennoch unüberwindliche Einheit aller Deutschen aus allen politischen Lagern, religiösen Bekenntnissen, sozialen Schichten und ethnischen Herkünften zu erreichen – eine Einigung auf geistig-politischer Basis, die eine aufgeklärte Liebe zum eigenen Land und zum eigenen Volk verbindet mit Freiheitsliebe, festem Selbstbewußtsein, nüchterner Selbstbescheidung, Solidarität mit den Schwachen und Unterdrückten, Respekt vor dem Selbstbestimmungsrecht der anderen. Es geht um ein Deutschland, das weder andere beherrschen noch von anderen beherrscht werden will, das für sich selbst einsteht, sich achtet und sich die Achtung der anderen Völker erwirbt, das kein anderes Land und erst recht nicht sich selbst haßt. Rolf Stolz war Mitbegründer der Grünen und lebt heute als Publizist in Köln. Er ist langjähriger Kolumnist der JUNGEN FREIHEIT.

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