Joachim Kuhs

 

Mehr Intoleranz wagen

Den Multikulturalismus ein gescheitertes Konzept zu nennen, ist eine Verharmlosung! Es handelt sich um eine menschenverachtende, asoziale, volks- und staatsfeindliche, antidemokratische und gewalttätige Praxis! Er ist menschenverachtend, weil er die Folgekosten den Schwächsten aufbürdet, so den Kleinrentnern der Wiederaufbaugeneration, die nicht das Geld haben, um aus ihren angestammten, jetzt entfremdeten und gefährlich gewordenen Stadtvierteln wegzuziehen. Zusätzlich sind sie dem Hohn und den Belehrungen seiner Nutznießer und Mitläufer ausgeliefert, für die der Multikulturalismus Beruf und Einnahmequelle, eine Waffe im Kampf um Macht und Geld und ideologische Befriedigung ist. Er ist asozial, weil er die Grundlagen zivilisierten Zusammenlebens zerstört und durch Sozialdarwinismus ersetzt. Er bringt die Sozialsysteme zum Bersten, indem er Unberufenen massenhaft Zugang zu ihnen verschafft und den ehrlichen Beitragszahler in die Position des dummen August versetzt. Er ist volksfeindlich, weil er den Deutschen von innen her den Raum abspenstig macht, in dem sie leben. Arnold Gehlen spricht mit Bezug auf den Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeld von der Notwendigkeit „raumgebundener Intoleranz“, dem autochthonen Beharren auf einer Rangordnung der Werte, die eine „gewisse Stabilität der Sozietät“ sichert. Weil die Deutschen sich diesen Überlebensinstinkt nach dem Willen der Multikulturalisten versagen müssen, pflanzen eben andere ihr Sittengesetz auf und formen die Sozietät nach eigenen Vorstellung um. Deutsche Schüler assimilieren sich bereits an den sprachlichen Infantilismus von „Migrantenkids“, um nicht Zielscheibe von Prügelattacken zu werden. Der Multikulturalismus ist staatsfeindlich, weil er die staatlichen Institutionen: Haushalt, Bildungseinrichtungen, Rechtspflege (in den 1990er Jahren drehten sich 60 Prozent aller Verwaltungsgerichtsverfahren um das Asylrecht) usw. usf. unterminiert. Er ist demokratiefeindlich, weil er auf den Willen des Demos spuckt. Er ist gewalttätig, weil er die Staatsbürger nicht bloß als politische Subjekte mißachtet, sondern sie moralisch und geistig zu verkrüppeln versucht und weil er danach strebt, die Existenz seiner Kritiker zu vernichten. Indem die Lehrer der Berliner Rütli-Schule – weitere Lehrkörper haben sich angeschlossen – an die Öffentlichkeit gegangen sind, haben sie den Vorhang der Lügen und Beschwichtigungen weggerissen. Lehrer neigen überwiegend den Grünen und der SPD zu, Parteien, die den Multikulturalismus forcieren. Die menschenverachtenden Praktiken und Demütigungen, denen sie an der multikulturellen Basis ausgesetzt sind, haben sie veranlaßt, aus Angst um ihre physische und psychische Gesundheit die politische Loyalität aufzukündigen. Nun eilen sie herbei, die Politiker, Migrationsexperten, Integrationsbeauftragten und Journalisten – all jene, die den Zustrom ganzer Unterschichtenmilieus und die Etablierung aggressiver Konkurrenzgesellschaften (der Begriff „Parallelgesellschaften“ stellt gleichfalls eine Verharmlosung dar) politisch und propagandistisch ermöglicht haben. Jahrelang haben sie sich gegenseitig „Toleranzpreise“ zu- und Kampagnen gegen „Ausländerfeindlichkeit“ angeschoben. Es ist ja nicht bloß die Politik, die versagt hat. Die ARD strahlt gerade eine Vorabendserie aus, die den Zuschauer darüber informiert, daß Multikulti eine total normale und, abgesehen von ein paar Herz-Schmerz-Problemen, eine echt lustige Angelegenheit ist. Um sich ehrlich zu machen, müßten sie alle erklären: „Wir haben fertig!“ Sie werden aber weitermachen, schließlich ist es ihr Broterwerb, Probleme zu bearbeiten, die durch ihr Tun und ihre Unterlassungen überhaupt erst entstanden sind. Dazu braucht es neue Konzepte, Planstellen und Geld, viel Geld. Wir wissen nun, weshalb die Sanierung des Haushalts und der Sozialsysteme trotz Erhöhung der Mehrwertsteuer eine Illusion bleibt. Nein, sie werden nicht umdenken, sondern alles nur noch schlimmer machen, wenn man sie denn läßt. Das gegliederte Schulsystem soll abgeschafft, sogenannte Problemschüler auf Schulen verteilt werden, die noch funktionsfähig sind. Damit das Bildungs- und Verhaltensniveau auch dort umgehend absinkt, denn natürlich werden nach sozialdarwinistischer Logik nicht die lernwilligen und pazifizierten, sondern die gewaltbereiten Schüler den Ton angeben. Bedenkenlos werden Kinder – und zwar Kinder anderer Leute, denn diejenigen, die das fordern, sind überwiegend kinderlos oder schicken ihre Kinder auf bessere Schulen – als Bausteine der multikulturellen Versuchsanordnung bzw. als Kanonenfutter einer im Grundsatz verfehlten Politik verplant, damit die Schuldigen bis zum Renteneintritt in Ämtern und Pfründen verbleiben können. Andere schlagen einen „Integrationsvertrag“ zwischen dem Staat und den Ausländern vor. Der Begriff ist eine Irreführung, denn ein Vertrag setzt die Vertragsfreiheit voraus, und zwar für beide Partner. Die nach Deutschland gekommenen Ausländer haben ihre Wahl – das deutsche Sozialsystem – getroffen. Wenn der deutsche Staat von vornherein auf das Recht verzichtet, sie als Partner abzulehnen, besiegelt er den Zustand vollendeter Erpressung, in dem er sich jetzt de facto befindet. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, 33, Politologe, der außer dem Politikbetrieb kaum eine andere Lebenswelt kennt, hat immerhin begriffen, daß wir einen „bedrohlichen Zerfallsprozeß erleben“. Doch schon sein nächster Halbsatz enthält nichts als Demagogie oder profundes Unwissen. Heil behauptet, die „sozialen Schichten“ würden „auseinanderdriften“. Es kann nicht „auseinanderdriften“, was nie zusammengehört hat. Außerdem wird der Konflikt zwischen inkompatiblen Lebenswelten auf ein soziales Problem reduziert und damit vorgegaukelt, er sei durch Sozialtechnik lösbar. Und wieso ist der deutsche Steuerzahler überhaupt verpflichtet, den Verbleib von integrationsunwilligen und -fähigen Großfamilien zu finanzieren, die sein Land und ihn selbst verachten? Das aber ist die Kernfrage. Sie zu stellen, bedeutet, das Politische wiederzuentdecken. Das setzt die Abkehr vom negativen, autoaggressiven Vorbestimmungsglauben voraus, der Deutschland erfüllt. „Weltlich gesprochen ist der Prädestinationsglaube aber nur die Steigerung des Bewußtseins, einer anderen als einer zum Untergang verurteilten, korrupten Welt anzugehören“, wußte schon Carl Schmitt. Die Multikulti-Anhänger in Politik, Medien und Gesellschaft dagegen meinen, das „Finis Germaniae“ selber herbeiführen zu müssen.

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