HAMBURG. Bei dem Mann, der am Donnerstagabend in Hamburg eine 18jährige Frau festgehalten und mit ihr vor eine einfahrende U-Bahn gesprungen ist, handelt es sich um einen 25jährigen Südsudanesen. Beide starben noch am Tatort. Die Mordkommission ermittelt wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts.
Nach Angaben der Polizei hielten sich Täter und Opfer am späten Abend unabhängig voneinander am Bahnsteig des U-Bahnhofs Wandsbek Markt auf. Der Mann habe zunächst abseits gestanden und sei dann unvermittelt auf die junge Frau zugegangen. Er ergriff sie und zerrte sie aus bislang ungeklärten Gründen vor die einfahrende Bahn ins Gleisbett. Eine Vorbeziehung zwischen beiden sei nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht bekannt.
Der 25jährige besaß nach Informationen der Welt eine gültige Aufenthaltserlaubnis und war Mitte 2024 nach Hamburg gekommen. Zuletzt war er in einer städtischen Wohnunterkunft untergebracht. Dem Bericht zufolge reiste der Mann im Rahmen humanitärer Aufnahmeprogramme der Bundesländer nach Deutschland ein.
Hamburg ist kein Einzelfall
Nach dem Vorfall waren zahlreiche Rettungskräfte und Polizeibeamte im Einsatz. Beamte des Landeskriminalamts begannen noch am Tatort mit den Ermittlungen. Das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes betreute Zeugen psychologisch. Der U-Bahn-Verkehr auf der Linie U1 wurde am Abend unterbrochen und erst am nächsten Morgen wieder freigegeben.
Bundesweit kommt es immer wieder zu solchen Morden. Im August vergangenen Jahres hatte der irakische Asylbewerber Muhammad A. die 16jährige Ukrainerin Liana K. im niedersächsischen Friedland vor einen einfahrenden Zug gestoßen (JF berichtete). Der Iraker war zum Tatzeitpunkt vollziehbar ausreisepflichtig. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hatte sich daraufhin entschieden, keine Anklage gegen den Iraker zu erheben, weil dieser wegen einer diagnostizierten Schizophrenie schuldunfähig sei. (st)
Wenn Sie selbst depressiv sind oder Selbstmordgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.






