BERLIN. Mehrere Linksextremisten der Gruppierung „Neue Generation“ haben am Montagmorgen knapp eine Stunde lang eine Zufahrt zur Autobahn A100 in Berlin-Neukölln blockiert. Damit wollte eine der Nachfolgegruppen der 2024 aufgelösten „Letzten Generation“ nach eigenen Angaben gegen eine „demokratiezersetzende Mafia“ protestieren, die durch „Milliardäre und Rechte“ gebildet worden sei. Einer der Mitglieder und Mitgründer der ursprünglichen „Letzten Generation“, Henning Jeschke, rollte dabei ein Banner mit der Aufschrift „Wir rasen in den Faschismus – #MerzMafia“ aus.
‼ Linksextremisten blockieren Berlin-Autobahn
Klimaaktivisten haben am Montagmorgen eine Sperrung der A100 zwischen Treptower Park und dem Dreieck Neukölln ausgelöst. pic.twitter.com/pfC1Yxg654
— Arbeiterclub (@Arbeiterclub) February 23, 2026
Bei der anschließenden Räumung der Autobahn nahm die Polizei zwei Personen fest. Neben Jeschke wurde auch eine Frau in Gewahrsam genommen. Bei ihr seien mehr als 20 Tuben mit Sekundenkleber gefunden worden, teilte Polizeisprecher Florian Nath der B.Z. mit. Dem Boulevardblatt zufolge seien die übrigen Beteiligten vor der Polizei geflohen. Inzwischen übernahm der Staatsschutz die Ermittlungen. Ähnliche Aktionen gab es der „Neuen Generation“ zufolge in Halle (Saale), Leipzig, München, Kassel, Potsdam und auf der Nordseeinsel Pellworm.
Gegen die einstigen Klima-Kleber läuft derzeit eine Anklage
Die „Letzte Generation“ war 2021 ins Leben gerufen worden. Sie erlangte vor allem durch Straßen- und Flughafenblockaden, Farbattacken und einen gescheiterten Hungerstreik bundesweite Aufmerksamkeit. In ihrem Gründungsmanifest warnte die Gruppierung vor einem „völligen Klimakollaps“ und forderte unter anderem Sofortmaßnahmen gegen die „Klimakrise“ sowie die Errichtung eines Bürgerrates, der darüber entscheiden sollte. Mitte 2024 spaltete sich die Gruppe in das „Widerstandskollektiv“, das sich unter anderem Flughäfen und Autokonzerne zum Ziel seiner Aktionen nimmt, und in die eingangs erwähnte „Neue Generation“.
Vor knapp zwei Wochen ließ das Landgericht Potsdam erstmals eine Anklage gegen die aufgelöste „Letzte Generation“ wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zu (JF berichtete). Demnach sollen deren Mitglieder zwischen April 2022 und Mai 2023 an Angriffen auf Anlagen der Ölraffinerie PCK in Schwedt, den Flughafen Berlin-Brandenburg und das Museum Barberini in Potsdam beteiligt gewesen sein. Sollte die Anklage Erfolg haben, müßten auch die „Neue Generation“ und das „Widerstandskollektiv“ als Nachfolgevereinigungen aufgelöst werden. (kuk)







