BERLIN. Die Berliner Grünen haben nach dem Anschlag auf das Stromnetz der Hauptstadt intern dazu aufgerufen, die Täter nicht in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte zu stellen. Stattdessen solle der politische Fokus gezielt auf den Regierenden Bürgermeister Kai Weger (CDU) gelenkt werden. Aus einer internen E-Mail der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, über die Bild berichtet geht eine klare Kommunikationslinie hervor.
Wörtlich wird daraus zitiert: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen.“ Stattdessen bestehe ein „strategisches Interesse daran, daß die Debatte um Kai Wegner lange medial begleitet wird und als Führungs-/Kompetenzfrage beim Regierenden Bürgermeister hängen bleibt“. Die zugespitzte Botschaft laute: „Kai Wegner kann Krise nicht.“ Tatsächliche steht der Regierende Bürgermeister seit dem Anschlag unter Druck, nachdem bekannt wurde, daß er am Tag der Tat erst nicht erreichbar gewesen sein soll und später Tennis spielte (die JF berichtete).
Brisant ist auch, daß in der internen Mail ausdrücklich festgehalten wird, der Fokus solle „NICHT SPD Giffey/Spranger“ gelten. Dabei tragen Innensenatorin Iris Spranger und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey maßgebliche Verantwortung für das Krisenmanagement. Scharfe Kritik an dem Mail kam aus der Bundes-CDU. Generalsekretär Carsten Linnemann sprach von Terror und warf den Grünen vor, den Anschlag für den Wahlkampf zu instrumentalisieren, statt sich auf den Schutz und die Sicherheit der Berliner zu konzentrieren. (rr)






