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Altbundespräsident: Gauck verlangt von Journalisten „Beistandspflicht“ für die Demokratie

Altbundespräsident: Gauck verlangt von Journalisten „Beistandspflicht“ für die Demokratie

Altbundespräsident: Gauck verlangt von Journalisten „Beistandspflicht“ für die Demokratie

Ein Porträtfoto von Joachim Gauck, der an einem Rednerpult steht und eine Rede hält. Er trägt einen dunklen Anzug mit Krawatte und spricht in ein Mikrofon. Im Hintergrund sind vertikale Säulen und eine neutrale, warme Beleuchtung zu sehen. Das Bild zeigt Gauck in einer offiziellen Situation, vermutlich während einer Konferenz oder Veranstaltung zum Thema Medien und Demokratie. Joachim Gauck bei einer Rede: Altbundespräsident fordert von Journalisten mehr Verantwortung für die Demokratie. Foto: IMAGO / Future Image
Ein Porträtfoto von Joachim Gauck, der an einem Rednerpult steht und eine Rede hält. Er trägt einen dunklen Anzug mit Krawatte und spricht in ein Mikrofon. Im Hintergrund sind vertikale Säulen und eine neutrale, warme Beleuchtung zu sehen. Das Bild zeigt Gauck in einer offiziellen Situation, vermutlich während einer Konferenz oder Veranstaltung zum Thema Medien und Demokratie. Joachim Gauck bei einer Rede: Altbundespräsident fordert von Journalisten mehr Verantwortung für die Demokratie. Foto: IMAGO / Future Image
Joachim Gauck bei einer Rede: Altbundespräsident fordert von Journalisten mehr Verantwortung für die Demokratie. Foto: IMAGO / Future Image
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Gauck verlangt von Journalisten „Beistandspflicht“ für die Demokratie

Altbundespräsident Gauck wirft Medien vor, durch einseitige Kritik an demokratischen Missständen eine „Kultur des Grundverdachtes“ zu fördern. Er fordert mehr Ausgewogenheit und eine aktive Verteidigung demokratischer Werte.
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HANNOVER. Altbundespräsident Joachim Gauck hat Journalisten eine „Beistandspflicht“ für die Demokratie auferlegt. Medien seien „Teil eines Ringens um den Bestand einer Ordnung, die ihre Arbeit erst ermöglicht“, sagte Gauck am Donnerstag auf der Konferenz „The Future of German Media“ in Hannover. Er kritisierte, dass eine übermäßige Fokussierung auf Defizite und Fehler der Demokratie bei den Bürgern ein „Grundgefühl des Verdrusses und des Verdachtes“ erzeuge.

Gauck sagte, ihn befalle „manchmal ein staatsbürgerliches Unbehagen“, wenn die tägliche Berichterstattung über Mängel in Politik und Gesellschaft den Eindruck erwecke, das demokratische System sei grundlegend fehlerhaft. Dies führe dazu, dass viele Bürger an der Qualität der Demokratie zweifelten. „Wenn von kritischem Journalismus bei den Mediennutzern vor allem die Fragwürdigkeit der Demokratie hängen bleibt, kann doch irgendetwas nicht stimmen“, betonte Gauck.

Der frühere Bundespräsident forderte von Journalisten mehr Ausgewogenheit und Fairness. Kritik sei zwar notwendig, besonders dort, wo demokratische Prinzipien angegriffen würden. Doch in einer Zeit, in der die Akzeptanz demokratischer Werte sinke, müssten Medien auch die Stärken des Systems aufzeigen. „Sie sind meine Verbündeten bei der Verteidigung der Demokratie“, erklärte Gauck.

Gauck warnt vor Zuständen wie in den USA

Gauck warnte vor den Gefahren digitaler Plattformen und Tech-Konzernen, die zunehmend die politische Meinungsbildung beeinflussten. Medien sollten sich aktiv gegen die Verbreitung von Falschinformationen und sogenannten „alternativen Fakten“ stellen. Gleichzeitig müssten sie neue Formate entwickeln, die nicht nur informierten, sondern auch zur gesellschaftlichen Teilhabe motivierten.

Der ehemalige Bundespräsident verwies auf die USA, wo politische Akteure wie Donald Trump die unabhängige Presse als Gegner behandelten. Dies führe dazu, dass Behauptungen Argumente verdrängten und das Vertrauen in demokratische Institutionen schwinde. Gauck forderte Journalisten auf, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen und die demokratischen Werte aktiv zu verteidigen.

Die Konferenz „The Future of German Media“ wird von der Madsack-Mediengruppe in Hannover veranstaltet. Die Gruppe, zu der unter anderem das RedaktionsNetzwerk Deutschland gehört, ist einer der größten Medienkonzerne der Bundesrepublik. Größter Kommanditist der Madsack-Gruppe ist mit 23,1 Prozent die SPD. Die Veranstaltung bringt Vertreter aus Redaktionen, Verlagen und der Digitalwirtschaft zusammen. (sv)

Joachim Gauck bei einer Rede: Altbundespräsident fordert von Journalisten mehr Verantwortung für die Demokratie. Foto: IMAGO / Future Image
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