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34jährigen Beamten hingerichtet: Freispruch: Türkischer Polizistenmörder muss nicht ins Gefängnis

34jährigen Beamten hingerichtet: Freispruch: Türkischer Polizistenmörder muss nicht ins Gefängnis

34jährigen Beamten hingerichtet: Freispruch: Türkischer Polizistenmörder muss nicht ins Gefängnis

Ahmet G. (r.): Mord aus schlechter Laune und dennoch Freispruch wegen Mordes. Foto: picture alliance/dpa | Laszlo Pinter
Ahmet G. (r.): Mord aus schlechter Laune und dennoch Freispruch wegen Mordes. Foto: picture alliance/dpa | Laszlo Pinter
Ahmet G. (r.): Mord aus schlechter Laune und dennoch Freispruch wegen Mordes. Foto: picture alliance/dpa | Laszlo Pinter
34jährigen Beamten hingerichtet
 

Freispruch: Türkischer Polizistenmörder muss nicht ins Gefängnis

Erst überfällt ein Türke eine Tankstelle, dann richtet er einen jungen Polizisten mit dessen Dienstwaffe regelrecht hin. Doch ins Gefängnis muss Ahmet G. deswegen nicht. Er habe während der Tat Angst gehabt, begründet die Richterin den Freispruch vom Mordvorwurf.
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SAARBRÜCKEN. Das Landgericht Saarbrücken hat einen 19jährigen Türken, der einen jungen Polizisten mit zahlreichen Schüssen regelrecht hingerichtet hatte (JF berichtete), vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. „Er war beim Überfall in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert“, begründete die Richterin Jennifer Klingelhöfer das Urteil.

Infolge einer Krankheit habe der Angeklagte Ahmet G. nicht richtig denken können. „Die Angst hatte sein Denken übernommen.“ Klingelhöfer weiter: „Der Angeklagte gab die Schüsse ab, weil er einen subjektiven Angriff auf sein Leben glaubte.“ Zuvor hatte ein Gerichtsgutachter dem Türken wegen einer schizophrenen Erkrankung eine eingeschränkte Schuldfähigkeit attestiert.

Ahmet G. hatte „schlechte Laune“

Ahmet G. sprach vor Gericht von Mobbing und Angstzuständen (JF berichtete). „Ich hatte oft schlechte Laune“, begründete er seine Tat. Zum Tatzeitpunkt soll er Medikamente genommen haben, die ihm ein Arzt in seiner türkischen Heimat verschrieben hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Jugendhaft wegen Mordes, mehrfachen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und besonders schweren Raubes gefordert. Verurteilt wurde G. nun allerdings nur für das Raubdelikt. Bis auf Weiteres wird der Täter jetzt in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht.

Hintergrund: Im August 2025 hatte der türkische Staatsbürger, der auch einen deutschen Pass besitzt, eine Tankstelle in Völklingen mit einem Messer überfallen und 600 Euro erbeutet. Auf der Flucht traf er dann auf den 34jährigen Polizisten, entriss ihm seine Dienstwaffe und gab insgesamt 17 Schüsse ab, von denen laut Anklage sechs den Beamten trafen – auch als er bereits am Boden lag. Ein danach eingetroffener Polizist lieferte sich einen Schusswechsel mit G. und traf diesen dabei zweimal.

Fall löste große Betroffenheit aus

Die Nachricht hatte im Saarland und darüber hinaus große Betroffenheit ausgelöst. Innenminister Reinhold Jost (SPD) sprach von einem „jungen Kollegen, der im Einsatz für unsere Sicherheit sein Leben verloren hat“. Er sicherte den Angehörigen und der Polizei Unterstützung zu und kündigte eine genaue Aufarbeitung des Einsatzes an. Auch Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) äußerte ihre Trauer: „Ein junger Polizist ist aus dem Leben und aus seiner Familie gerissen worden. Wohl niemand kann sich das Leid der Angehörigen vorstellen.“

Der junge Polizist hinterläßt eine Frau und zwei kleine Kinder. Foto: Er gab sein Leben im Dienst. Foto: Foto: Deutsche Polizeigewerkschaft Landesverband Saarland/Völklingen
Der junge Polizist hinterläßt eine Frau und zwei kleine Kinder. Er gab sein Leben im Dienst. Foto: Deutsche Polizeigewerkschaft Landesverband Saarland

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte: „Ich bin entsetzt und schockiert angesichts der brutalen Gewalttat in Völklingen. Wir sind in tiefer Trauer verbunden mit den Angehörigen, Freunden und Kollegen des jungen Polizisten.“ Erschüttert reagierten ebenso die Gewerkschaft der Polizei sowie die CDU im Saarland. Deren Landesvorsitzender Stephan Toscani sprach von „tiefer Trauer und Bestürzung“ und kondolierte der Familie. GdP-Bundeschef Jochen Kopelke betonte: „Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen und Liebsten des im Dienst getöteten Kollegen.“ (ho)

Ahmet G. (r.): Mord aus schlechter Laune und dennoch Freispruch wegen Mordes. Foto: picture alliance/dpa | Laszlo Pinter
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