BERLIN. Am Mittwoch sind 46 Afghanen mit einem Flugzeug in Berlin gelandet. Die Migranten kamen aus Pakistan über das Bundesaufnahmeprogramm nach Deutschland, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur mitteilte. Sie alle sollen eine Zusage für die Einreise nach Deutschland gehabt haben.
Weitere 350 Personen, denen die Aufnahme in Deutschland bereits zugesagt wurde, befinden sich weiterhin in Pakistan. Nach Angaben des Innenministeriums gehören 50 von ihnen zum Ortskräfteaufnahmeprogramm, die anderen 300 Afghanen sind Teil des Bundesaufnahmeprogramms für angeblich besonders gefährdete Personen. Neben diesen beiden Programmen gibt es außerdem ein sogenanntes Überbrückungsprogramm und eine Menschenrechtsliste.
Die schwarz-rote Bundesregierung hatte ursprünglich angekündigt, diese Praxis zu beenden. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: „Wir werden freiwillige Bundesaufnahmeprogramme soweit wie möglich beenden (zum Beispiel Afghanistan) und keine neuen Programme auflegen.“ Ende Dezember hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) jedoch versprochen, weitere 535 Afghanen mit noch bestehender Aufnahmezusage aus Pakistan nach Deutschland zu holen (JF berichtete). Dabei handelte es sich um 460 Personen aus dem Bundesaufnahmeprogramm sowie um 75 Personen aus dem Ortskräfteprogramm, die sich derzeit in Pakistan aufhalten.
Pakistan schob hunderttausende Afghanen ab
Die Lobbyorganisation Pro Asyl forderte die Bundesregierung erneut auf, alle Afghanen einreisen zu lassen, denen zuvor die Aufnahme zugesagt worden war. Das müsse möglichst schnell passieren, weil den in Pakistan befindlichen Afghanen eine Abschiebung in ihr Heimatland drohe. „Eine Bundesregierung, die lebensrettende Zusagen zurücknimmt, handelt schäbig“, sagte Pro Asyl-Sprecherin Helen Rezene.
In Deutschland lebten 2025 etwa 350.000 afghanische Staatsbürger – nur die beiden direkten Nachbarländer Iran und Pakistan haben eine größere afghanische Diaspora als die Bundesrepublik. Pakistans Regierung hatte zwischen September 2023 und Januar 2024 mehr als 800.000 Afghanen abgeschoben. (st)






